Neugierig auf die Welt

Jonny ist ein kleiner Wonneproppen – er wiegt inzwischen 7,5 kg. Seine Neugier auf Neues ist inzwischen stärker als die Angst vor dem Unbekannten. Das zeigte sich bei seinem ersten Spaziergang außerhalb des vertrauten Grundstücks.

Als ich das Gartentor öffnete und ihn aufforderte mitzukommen, ging er erst Mal einen Schritt rückwärts. Bisher war ihm der Schritt nach draußen ja stets verwehrt worden und er musste immer hinter den Großen herschauen, wenn sie hinaus gingen. Deshalb konnte er mit meiner Aufforderung erst mal nichts anfangen. Doch als ich ihn weiter mit freundlicher Stimme lockte, fasste er sich ein Herz und stürmte regelrecht durch das offene Tor. Ich hatte ihn natürlich an der Leine, was ihn dann auch ziemlich irritierte, denn er wurde abrupt gestoppt. Was war das? schien er zu fragen, doch ich lockte ihn weiter und das Spiel ging von vorne los: Er rannte, wurde gestoppt, schaute mich verblüfft an, rannte wieder los usw. Es dauerte aber nicht lange, da hatte er kapiert, dass er besser in meiner Nähe bleibt und schon bald ging er ganz passabel an der Leine, das heißt, er achtete mehr auf mich.

Zwar musste ich ihn ein paarmal „entwickeln“, aber das war nun meine Aufgabe.  Als Leinenführer muss man sich natürlich auch auf den kleinen Wusel einstellen, der vor Begeisterung und Neugier mal nach rechts und dann wieder nach links ausschert. Alles kein Problem solange die Leine locker bleibt, denn eines darf nicht passieren: dass man selber oder der Welpe an der Leine zieht. Da gilt nämlich das physikalische Gesetz: „Zug erzeugt Gegenzug“. Und dann macht der Spaziergang keine Freude. Also nicht ziehen sondern locken, so dass der Welpe freudig mitkommt. Und wenn er zieht? Dann bleibt man stehen, beugt sich hinunter (oder geht in die Hocke) und lockt den Welpen zu sich zurück bevor es weiter geht. Klingt einfach, aber natürlich kommt man so nicht weit. Das ist aber vollkommen in Ordnung, denn ein Neufundländerwelpe darf  im ersten Lebensjahr nicht länger als 5 Minuten pro Lebensmonat laufen, also mit zwei Monaten 10 Minuten usw.

Auf diese Art und Weise lernt man, die Umgebung mit völlig anderen Augen zu sehen  – mit den Augen des Welpen.