Geimpft und gechipt

Der Besuch in der Tierarztpraxis war ein aufregendes Erlebnis für Jonny. Schon die 15 Minuten Autofahrt dorthin waren spannend: das Radio konnte aus bleiben, denn der kleine Kerl sang in den höchsten Tönen die tollsten Arien. Und dabei war Mama Elli doch wie immer völlig tiefenentspannt. Wir hatten sie extra mitgenommen, in der Hoffnung dass ihre Gelassenheit sich auf Jonny übertragen würde.

Im Behandlungszimmer lag Jonny ganz still in meinen Armen bis die Ärztin ihn auf dem Tisch untersuchen wollte. Zwar war er dabei äußerlich ganz ruhig, aber er lag dort platt wie eine Flunder und wollte beim Abhören partout nicht stehen bleiben. Die Tierärztin untersuchte ihn von Nase bis Schwanzspitze, schaute sich das Gebiss an, prüfte ob die Hoden abgestiegen waren und war mit allem sehr zufrieden. Den Pieks der Impfung ließ er genauso stoisch über sich ergehen wie das Implatieren des Chip. Dass er trotzdem sehr aufgeregt war, erkannte ich an seiner leicht tropfenden Nase. Am Ende gab es ganz viel Lob, einige Streicheleinheiten und natürlich ein Leckerchen.

Auf der Heimfahrt war sein Gesang schon viel seltener und deutlich leiser. Zu Hause bekam er seine Nachmittagsmahlzeit, die er ratzfatz verschlang, um dann in einen zweistündigen Erschöpfungsschlaf zu fallen.