Besuch aus den Niederlanden

Aus dem niederländischen Friesland sind sie gekommen, um den sechs Wochen alten „Indiana Jones“ zu sehen: Fanny, die Besitzerin und Silvia, die Züchterin von Jonnys Papa „Unique Edition vom Burgseeli“ genannt Fender. Und sie sind gleich seinem Charme erlegen. Ja, der kleine schwarze Wuschelbär mit seinen dunkelblauen Knopfaugen und dem selbstbewussten Auftreten ist schon unwiderstehlich.

Sogar seine Mama kann ihm nicht böse sein, wenn er sie in die Nase zwickt. Sie macht ein Spiel daraus, reißt ihr großes Maul auf als wolle sie ihn verschlingen und beißt doch nur ganz vorsichtig zu. Nur wenn es um Futter geht, wird er gemaßregelt. Als er Princesse beim Kauen eines Stücks getrockneten Pansen störte und dabei nicht auf ihr leises Knurren reagierte, bekam er eine Lektion, die ihn doch ganz furchtbar erschreckt hat. Ich bin sicher, sie hat ihn kaum berührt aber er lief laut schreiend davon. Seitdem ist er ihr gegenüber deutlich respektvoller geworden.

Er ist jetzt in dem Alter, wo er ausprobiert, was man sich so alles erlauben kann. Das Zwicken in Beine und Füße gehört dazu und muss umgehend gemaßregelt werden. Wenn er es bei unserer kleinen Enkelin macht, schubst sie ihn ganz energisch weg und holt dann ein Spielzeug, um ihn damit abzulenken. Das klappt in den meisten Fällen recht gut, ansonsten greife ich natürlich ein.

Seine Entdeckerlust ist auch größer geworden und so entwischt er manchmal unter dem Zaun durch in den oberen Teil des Gartens. Unser ziemlich verwildeter Garten lädt geradezu zum Verstecken ein, und ich habe schon manches Mal auf der Suche nach einem der Hunde in den Brombeerranken festgehangen. Also schnappe ich mir den kleinen Kerl und bringe ihn auf die große, eingezäunte Wiese bevor er in irgendwelchen Büschen verschwindet. Dort hat er Platz zum Schnüffeln und Entdecken soviel er will.

Ein waschechter Neufundländer

Jonny hat die 4 Kilo überschritten! Gestern Abend wog er 4.150 Gramm! Ein knuffiges Kerlchen mit echtem Neufundländer- Charakter: Er mag es kühl, ist ein Sturkopf und trotzdem unglaublich lieb. Seit er die große weite Welt außerhalb seines Geheges und außerhalb des Wintergartens entdeckt hat, ist sein Lieblingsplatz hinterm Haus unter dem Grill. Dort schläft er auch bei Regen und Wind. Seine Höhle akzeptiert er nur noch nachts und protestiert laut schreiend, wenn er dort mal von mir eingesperrt werden muss. Am liebsten ist er mitten zwischen den drei Großen, die er alle mit seinem Charme eingewickelt hat.

Unsere Enkelin ist immer noch seine liebste Spielgefährtin, aber sie ist nicht immer so begeistert von ihm, weil er so gerne in ihre Hose und Schuhe beißt. Inzwischen lernt sie aber, wie sie ihn davon ablenken kann. Elli spielt auch oft mit ihm und er läuft  ihr hinterher in die Küche oder nach draußen auf die Wiese. Das regennasse Gras, das ihm bis zum Bauch reicht, stört ihn dabei nicht, wie sich das für einen waschechten Neufundländer gehört.

Mittendrin

Jonny bringt jetzt (Stand vom 13.8.) schon 3.300 Gramm auf die Waage. Er frisst gut und gerne alles was ich ihm anbiete. Da ist er genauso unkompliziert wie Mama und Oma.

Gestern war das Haus bzw. der Wintergarten voller Gäste, weil wir den 2. Geburtstag unserer Enkelin feierten. Als die Party in vollem Gange war, wurde Jonny in seiner „Höhle“ neugierig und betrachtete interessiert die vielen Menschen. Offensichtlich gefiel ihm das bunte Treiben, denn nach einiger Zeit verlangte er lautstark, aus seinem Gehege hinaus gelassen zu werden. Also öffnete ich das Türchen und schon war der kleine neugierige Kerl mittendrin im Trubel. Ohne Scheu ging er von einem zum anderen und biss hier und da auch mal in ein Hosenbein oder in einen dicken Zeh. Die Reaktionen der Menschen fand er wohl interessant.

Auf meinem Arm wurde er unruhig, zappelte herum und quiekte ganz ärgerlich. Zunächst steckte ich ihn in sein Gehege zurück, dann bekam er sein Futter und damit war wohl der Appetit auf Hosenbeine und nackte Zehen vorbei. Die nächsten zwei Stunden schlief er ganz entspannt in der hintersten Ecke seiner Höhle.

Morgens um 6 Uhr ist der Bär los

Jonny ist ein ganz lieber kleiner Kerl. Besonders gut gefällt mir, dass er nachts durchschläft. Nach seiner letzten Mahlzeit etwa um Mitternacht meldet er sich erst nach sechs Stunden wieder. Ich finde das sehr rücksichtsvoll von ihm. Aber dann um 6 Uhr in der Frühe ist er quietschemunter. Die drei Großen schnarchen ungerührt weiter und ich muss Elli wecken, um sie an ihre Mutterpflichten zu erinnern. Während er bei seiner Mama nuckeln darf, mache ich sein Frühstück fertig, denn satt wird er bei Elli schon lange nicht mehr. Inzwischen frisst er Welpenbrei, der aus eingeweichtem Trockenfutter besteht, oder ich bereite ihm Welpenmilch aus Milchpulver zu, die er dann aus einem kleinen Napf trinkt.  Manchmal gibt es auch mageres, rohes Hackfleisch, dass er am liebsten frisst.

Was mir auch sehr gut an Jonny gefällt ist, dass er sehr schnell etwas Neues lernt. So hat er sich schon nach kurzer Zeit an die Welpentoilette gewöhnt und benutzt dieses flache viereckige Ding mit der Papiereinlage ganz häufig und nur selten geht ihm etwas daneben.

Wenn Jonny satt und zufrieden ist, möchte er bitteschön beschäftigt werden. Da die drei großen Schnarchnasen zu der frühen Stunde noch keine Lust auf Welpenspiele haben, bin ich also dran. Ich muss sagen, so ein morgendliches Spiel macht wach und munter. Zunächst wird mit einem Schaumstoffball trainiert, das heißt Jonny versucht den Ball zu jagen und dann zu unterwerfen. Ich muss mich richtig anstrengen, damit ich auch mal zum Zuge komme. Sehr beliebt ist bei dem kleinen Kerl auch der Besen, den er wild anknurrt und dann zu packen versucht. Aber auch jeder andere Gegenstand, den ich in Bewegung bringe, ist interessant für ihn. Und da im Wintergarten immer ein paar Spielsachen von meiner Enkelin liegen, mangelt es uns nicht an Abwechslung. Wir zwei toben herum und haben unseren Spaß dabei.

Bis gegen 7 Uhr ist bei uns „der Bär los“ und dann kehrt wieder Ruhe ein. Jonny zieht sich in seine „Höhle“ zurück und ich bereite das Frühstück für die drei Großen und für uns Zweibeiner vor.

Neue Abenteuer für Jonny

Gestern wurde der Welpenauslauf für Jonny im Wintergarten aufgebaut, 1 x 2 Meter groß und zur Hälfte mit einem Tuch abgedeckt, damit der kleine Kerl eine Höhle hat, in die er sich zurückziehen kann. Um ihm die neue Situation schmackhaft zu machen, bekam er dort zunächst einmal sein Futter – einen Welpenbrei. Nach dem Fressen verschwand er zunächst in der hintersten Ecke seiner Höhle und machte ein Mittagsschläfchen.

Sein Schafbett ist natürlich mit umgezogen und als Neuigkeit eine Hundetoilette. Beides interessierte ihn aber nicht besonders, vielmehr wollte er raus aus dem Käfig. Schließlich sah er seine Mama und seine Oma dort liegen und auch die Zweibeiner waren dort. Er durfte natürlich auch raus und alles entdecken. Systematisch beschnupperte er die herumliegenden Spielsachen unserer Enkelin und traute sich dann immer weiter vor- bis er zur alten Avril kam, die ihn schlecht gelaunt anblaffte. Der Schreck darüber ließ ihn unter den Tisch fliehen, wo Elli es sich gemütlich gemacht hatte. Überglücklich stürzte sich Jonny auf die Milchbar seiner Mama und trank so viel er kriegen konnte. Leider ist das bei Elli nicht mehr sehr viel. Dafür wurde er gnadenlos von ihr sauber geleckt bis er die Flucht ergriff. Bei Princesse angekommen, wurde er von ihr ebenfalls von oben bis unten abgeleckt – vom Regen in die Traufe könnte man sagen. Aber die Welt war für Jonny wieder in Ordnung und nun lag er ganz entspannt zwischen den drei Großen und machte zufrieden ein Nickerchen.

Fleisch macht stark

2.180 Gramm wiegt der kleine Racker heute, nach zwei Fleischmahlzeiten und dreimal Welpenmilch ist das auch kein Wunder. Außerdem hat er hin und wieder auch ein paar Schlückchen bei seiner Mama getrunken. Von den kleinen Kugeln aus ganz magerem Rinderhack ist er total begeistert. Wenn er könnte, würde er davon ein ganzes Pfund verspeisen. Da wird geschlürft und geschmatzt, dass es eine Freude ist ihm dabei zuzusehen bzw. hören. Genauso  gerne hat er aber auch die Wurmkur geschluckt, sie schmeckte ihm ebenfalls. Anscheinend schlägt er da nach seiner Oma: Ich kennen keinen Neufi der so verfressen ist wie Princesse. . .

Fleisch macht stark, das hat Jonny heute bewiesen indem er die Absperrung im Eingang der Wurfkiste überwunden hat, immerhin eine Höhe von 32 cm. Er hat da bisher nur so gerade drüber schauen können, aber heute hat er es zum ersten Mal geschafft, sich hoch zu stemmen und auf der anderen Seite runter plumpsen zu lassen. Das bedeutet, er will die Welt entdecken. Fangen wir erst Mal mit unserem Wintergarten an. Morgen geht es los.

Spielkameraden

Unsere knapp 2 Jahre alte Enkelin Mora und der drei Wochen alte Jonny sind die besten Spielkameraden. Heute hatten sie zusammen viel Spaß im Bällebad. Allerdings endete der Spaß bereits nach ein paar Minuten, weil Jonny ein „kleines Malheur“ passiert war und ich gefühlte 500 Bälle abwaschen musste. . .  Das hätte ich eigentlich voraussehen müssen, denn Jonny hatte kurz vorher reichlich getrunken.

Jonny hat sich prächtig entwickelt. Er wiegt gut1800 Gramm, hat ein komplettes Milchgebiss mit noch winzigen Zähnchen und ein ganz weiches Plüschfell. Das ist übrigens schwarz ebenso wie seine Nase, die nun nicht mehr so hell ist wie zu Anfang. Sein Gebiss ist für mich der Hinweis auf eine allmähliche Umstellung von flüssiger auf feste Nahrung. Damit werde ich in den nächsten Tagen beginnen.