Ein Kauknochen für Jonny

Elli ist anscheinend der Meinung, dass ihr Sohn jetzt endlich mal etwas Vernünftiges fressen muss, zum Beispiel ein Stück Blutwurst oder getrockneten Pansen oder einen Kauknochen. Diese Leckerbissen schleppt sie nämlich zur Wurfkiste, obwohl sie sie eigentlich selbst gerne mag. Andererseits ist sie nicht mehr so begeistert, wenn Jonny nach Mamas Milch schreit. Sie tut dann so, als ob sie nichts hört und kommt erst, wenn ich sie – mindestens dreimal – rufe. Elli ist ja nicht dumm, sie hat nämlich längst mitgekriegt, dass ich das kleine Vielfraß zusätzlich mit der Flasche füttere. Und nun meint sie, das Füttern sei meine Aufgabe. Während der Kleine dann begeistert an der Flasche nuckelt, kommt Elli zum Säubern und oft auch Princesse, um ihn von vorne bis hinten und zurück abzulecken – bis er klitschnass ist. Na wenigstens das muss ich nicht auch noch selber machen. . .

Jonny hat jetzt die Augen ganz geöffnet und auch die Ohren. Letzteres fiel mir auf, als mein Thermomix nach Beendigung der Garzeit laut dudelte und Jonny mit einem  empörten Bellen antwortete. Ja, tatsächlich kann er nicht nur bellen sondern auch herzzerreißend jaulen. Der Arme fühlt sich dann so schrecklich einsam. Also eile ich herbei, um ihn zu bespaßen. Ich lasse ihn gegen das kleine Schaf kämpfen oder zwicke ihn ein bisschen, so wie Welpen halt miteinander spielen. Und ich muss sagen: es macht mir einen Heidenspaß!

 

Einfach nur süß!

Jonny ist einfach nur süß! Er schläft zwar noch die meiste Zeit des Tages aber hin und wieder macht er auf seinen kurzen Beinchen einen Rundgang durch die Wurfkiste und beschnuppert seine Mitbewohner: das kleine und das große Schaf. Das große dient ihm gleichzeitig als kuscheliges Bettchen. Er liegt am liebsten mit dem Vorderteil auf dem weichen Rand und lässt den Kopf runter hängen. Dann ist er völlig entspannt.

Wenn Mama Elli in die Wurfkiste kommt, ist Jonny plötzlich hellwach und flink wie ein Wiesel. Jetzt gilt es, die Zapfstelle zu finden und dann wird getrunken bis nichts mehr da ist. Ab und zu bekommt er noch ein Fläschchen mit 40 bis 50 ml Welpenmilch hinterher, damit er ja auch tüchtig zunimmt. Weil er in der ersten Woche fast ein Viertel seines Geburtsgewichtes von 660 g verloren und erst in der zweiten Woche mit dem Zunehmen begonnen hat, muss er nun tüchtig aufholen. Sein aktuelles Gewicht ist 1280 Gramm. Damit sind wir schon sehr zufrieden.

Zwar hat Jonny keine Geschwister aber dafür immer noch zwei Mütter, die sich um ihn kümmern – und wenn ich mich dazu zähle, sind es sogar drei. Elli geht zum Säugen in die Wurfkiste und putzt ihn dabei auch gleich gründlich von oben bis unten ab, so dass er klitschnass ist. Princesse nutzt die Gelegenheit, wenn Elli nicht da ist, um heimlich, still und leise in die Wurfkiste zu gehen und nach ihrem Enkel zu schauen. Manchmal leckt sie ihn kurz ab, als wollte sie kontrolieren ob alles in Ordnung ist. Und wenn ich den Kleinen zum Fläschchen geben auf dem Schoß habe, stehen Mama und Oma oft rechts und links daneben und versuchen, ihn abzulecken. Der kleine Kerl wird also ganz schön verwöhnt. . .

Er hat geblinzelt!

Klein-Jonny hat sich prächtig entwickelt. Am 12. Lebenstag haben sich seine Augen ein ganz klein wenig geöffnet, er hat geblinzelt! Seine Bewegungen sind kräftiger geworden, ja er geht und steht schon häufig auf seinen kurzen Beinchen ohne auf das Bäuchlein zu fallen. Er trinkt kraftvoll sowohl an Mamas Milchbar als auch am Fläschchen. Er hat tüchtig zugenommen (wiegt aktuell mehr als ein Kilo) und fühlt sich in der Hand jetzt viel größer und kräftiger an. Nun will er auch nicht mehr in der Box liegen und schon gar nicht auf dem Wärmekissen, sondern ist erst ruhig, wenn er sich in der großen Wurfkiste bewegen und sich dort eine Ecke aussuchen kann. Es ist wirklich unglaublich, was für elne enorme Entwicklung dieser kleine Kämpfer in nur einer Woche gemacht hat. Wir sind so froh darüber!

Jetzt ist er zwei Wochen alt und mit der 3. Lebenswoche beginnt normalerweise die Phase der ersten sozialen Kontaktaufnahme mit den Geschwistern. Da unserem kleinen Prinzen die Geschwister fehlen, werden die erwachsenen Hunde und natürlich auch die Menschen sie ersetzen müssen. Das ist eine wichtige Aufgabe und ich hoffe, wir kriegen das hin.

 

Ein kleiner Kämpfer

Unser kleiner Kämpfer hat es geschafft in vier Tagen dreihundert Gramm zuzunehmen. Fehlte ihm in seiner ersten Lebenswoche – aufgrund der Infektion – die Kraft zum ergiebigen Saugen, so hängt er jetzt mit kräftigem Milchtritt und energischem Zug an Mamas Zitzen. Der Unterschied ist enorm und macht Eindruck. Ellis Milchangebot ist auf den Bärenhunger ihres Sohnes noch nicht eingestellt und deshalb bekommt er öfter mal „Nachschlag“ in Form eines Babyfläschchens mit Fertigmilch von mir. Notfalls auch in der Nacht. Danach schläft er meist drei bis vier Stunden durch – hurra! Das freut auch Elli, die nachts nicht gerne zum Füttern in die Wurfkiste geht und mich immer vorwurfsvoll anschaut, wenn ich sie dort hin bugsiere. Ja Elli, so ist das Leben einer Mutter mit Säugling.

Elli ist eine gute Mama, aber doch nicht so begeistert wie es Princesse bei ihren fünf Würfen war. Bei ihr brauchte ich mich nachts um nichts zu kümmern, weil sie entweder die Kleinen gar nicht erst verlassen hat, oder wenn sie doch außerhalb schlief, dann aber beim kleinsten Pieps eines ihrer Kinder sofort reagierte. Das war zumindest in den ersten drei Wochen immer so, danach ließ ihr Aufopferungswille auch nach. Elli hat nur die ersten drei Tage bei hrem Kleinen gelegen, dann ging sie nach dem Füttern wieder weg. Damit das kleine Kerlchen nicht auskühlte, habe ich es in eine Box auf ein Wärmekissen gelegt oder zu mir unter die Bettdecke genommen. Nachts durchschlafen war nicht…

Mehr als 800 Gramm wiegt er jetzt, und ich gehe davon aus, dass er am Wochenende deutlich mehr als ein Kilo auf die Waage bringen wird. Dass er mal ein großer Kerl von 60 Kilo (oder mehr) wird, kann ich mir noch nicht so recht vorstellen. Doch das geht mir jedes Mal so mit den Winzlingen.

Inzwischen heißt er auch nicht mehr I-Dötzchen sondern hat einen richtigen Namen von seiner zukünftigen Familie bekommen: Indiana Jones. Wer die Filme kennt, weiß dass Indiana Jones ein Kämpfer war, der sich nicht von seinem Ziel abbringen ließ. Und deshalb passt der Name richtig gut auf unseren kleinen, tapferen Kämpfer. Sein Rufname soll „Jonny“ sein und so nennen wir ihn jetzt auch immer.

 

Es geht ihm wieder gut

Unser Kleiner hat seit gestern endlich wieder zugenommen! Er ist auch deutlich aktiver und energischer beim Saugen als in den vorigen Tagen. Es ist eine Freude, ihm dabei zuzuschauen. Wenn eine Zitze nichts mehr hergibt, wechselt er zur nächsten und dann zur dritten, bis das Bäuchlein voll ist. Und schließlich lässt er sich auf die Seite fallen und schläft erschöpft ein. . .

Der Tierarzt war auch sehr erleichtert, als ich ihm von den Fortschritten unseres Sorgenkindes erzählte. Elli hat sich zu einer sehr geduldigen und besorgten Mama entwickelt. Und Princesse ist immer noch begeistert, wenn sie ihren kleinen Enkel saubermachen darf.

Unser I-Dötzchen

Unser kleiner schwarz-brauner Rüde ist bei Anam Cara’s der I-Wurf. Weil er aber noch keinen offiziellen Namen hat – den bekommt er von seinen zukünftigen Besitzern – heißt er bei uns „I- Dötzchen“. Die Idee hatte ich, als der Kleine so einsam und winzig in der großen Wurfkiste lag, wie der Punkt über dem kleinen i . . .

Unser I-Dötzchen hat uns in den letzten Tagen große Sorgen gemacht. Trotz der großen Auswahl an Milchzapfstellen hat er anscheinend nicht genug getrunken. Da die Nachfrage stets das Angebot bestimmt, hatte Elli wohl nicht genug Milch produziert. Die Nachfrage kam ja nur von einem einzigen „Kunden“. Außerdem hatte er mit Verdauungsproblemen zu tun und zwar in der Form von übel riechendem Kot. So dass Elli förmlich die Nase rümpfte und sich weigerte, ihrem Sohn den Popo sauber zu lecken. Princesse hat da nach insgesamt 28 eigenen Kindern keine Hemmungen und übernahm gerne die Verantwortung für das Putzen. . .

Als die Waage auch am Mittwoch noch keine Zunahme anzeigte, packten wir Elli und I-Dötzchen kurzerhand ins Auto und fuhren zum Tierarzt. Die erste Autofahrt seines Lebens hat unser Kleiner schlafend verbracht. Beim Tierarzt bekam er ein Antibiotikum und ein Aufbaupräperat gespritzt, was ihn empört aufschreien ließ. Das machte dann Elli ganz nervös, die ihrerseits auch eine Spritze bekam und zwar für die Milchbildung. Dann gab es vom Tierarzt noch Medikamente gegen den Durchfall und  für die Darmsanierung. Für Elli bekam ich ein Dutzend Spritzen für die Milchproduktion mit nach Hause. So gut ausgestattet machten wir uns auf den Heimweg. Wieder schliefen Mama und Sohn während wir über die Autobahn fuhren.

Nun sieht es glücklicherweise schon viel besser aus und ich habe gelernt, meinen Hunden Spritzen zu geben. Zum Glück war Elli dabei ganz entspannt und ließ sich meine anfängliche Murkserei geduldig gefallen. Auch unser I-Dötzchen sagte keinen Pieps, als ich ihm das Aufbaupräperat spritzte. Das Antibiotikum in Tropfenform scheint ihm auch zu schmecken, nur die Paste für den Darm mag er nicht. Aber da musst du durch, kleiner Mann.

Einzelkind mit zwei Müttern

Heute Morgen um 6.45 Uhr wurde Ellis erster Welpe geboren und kaum 10 Minuten später der zweite. Der erste – eine schwarze Hündin – ist leider verstorben, während der zweitgeborene Rüde zum Glück vital und gesund ist.

Die Geburt war für Elli sehr strapaziös, denn nach der langen Eröffnungsphase mit großer Unruhe und heftigem Hecheln folgte eine vierstündige Austreibungsphase, die der Hündin viel Kraft abverlangte. Zwischen den starken Presswehen gab es immer wieder längere Pausen, in denen Elli heftig hechelnd hin und her lief. Sie tat mir so leid, und allmählich machte ich mir auch Sorgen, weil sich nichts tat. Gegen 6 Uhr rief ich die Tierärztin an. Mir fiel ein Stein vom Herzen als sie versprach, so schnell wie möglich zu kommen. Es dauerte dann doch noch fast eine Stunde. In dieser Zeit wurde dann endlich der erste Welpe geboren. Der zweite plumpste dann quasi gleich hinterher.

Über den Verlust von Ida, der schwarzen Hündin. waren wir sehr traurig. Es ist so schade, dass der Rüde jetzt als Einzelkind aufwächst. Der kleine Kerl gibt uns übrigens Rätsel auf was seine Farbe betrifft: Ist er nun schwarz oder ganz dunkel braun? Für braun spricht, dass er eindeutig keine schwarze sondern viel hellere Nase hat. Und sein Fell sieht je nach Lichteinfall mal schwarz und mal dunkelbraun aus. Er ist schon etwas Besonderes.

Elli war nach der schweren Geburt sehr erschöpft und zeigte zunächst wenig Interesse an ihrem Sohn. Sie ließ ihn zwar trinken, machte aber keine Anstalten, ihn abzulecken, was aber sehr wichtig ist, weil es die Ausscheidungstätigkeit anregt. Deshalb hatte nun Princesse ihren Auftritt. Sie stieg ohne Zögern in die Wurfkiste und massierte den Kleinen tüchtig mit ihrer rauen Zunge bis er empört quiekte. Wie praktisch: jetzt hat der kleine Kerl gleich zwei Mütter, die sich um ihn kümmern.

Unter jedem Busch ein Loch

Elli und ich bereiten uns auf die bevorstehende Geburt der Welpen vor und zwar jeder auf seine Weise: Elli hat im Garten tüchtig gebuddelt und bevorzugt unter Büschen mindestens ein halbes Dutzend „Wurfhöhlen“ hergestellt, und ich habe heute endlich die Wurfkiste vom Speicher geholt und sie im Esszimmer aufgebaut (bzw. Benni hat das für mich gemacht). Morgen werde ich alle weiteren Utensilien zusammen suchen. Ich hoffe, ich kann Elli – wenn es soweit ist – davon überzeugen, dass es besser ist, ihre Babys im Haus zu bekommen.

ich gebe zu, ich bin spät dran mit den Vorbereitungen aber da Elli bisher nicht das Verhalten einer werdenden Mama gezeigt hat – bis auf das Buddeln jedenfalls – und auch nicht so aussah, war ich sicher, wir haben noch viel Zeit. Dabei hätte ein Blick auf den Kalender genügt, um zu sehen wie weit wir schon sind. Ja, ich weiß, die 63 Tage der Trächtigkeit sind am kommenden Wochenende um, und dass eine Hündin länger trägt, ist die große Ausnahme. Wie mein Tierarzt so schön sagte: „Die Welpen werden 63 Tage nach dem Eisprung geboren  – Punkt!“ Also wenn man genau weiß, wann der Eisprung war, ist das eine leichte Rechnung. Ich weiß es nur fast genau und danach ist die Geburt für den 8. oder 9. Juli zu erwarten. Und das ist schon in zwei bis drei Tagen. . .