Zum Weihnachtsmarkt nach Leipzig

Leipzig ist zu jeder Zeit eine Reise wert: im Sommer weil es eine schöne und kulturell sehr interessante Stadt ist, und im Winter wegen des berühmten Weihnachtsmarktes. Im letzten Sommer waren wir ja schon mal da und nun werden wir auch im Winter dort hin fahren. . .

Der wahre Grund für unsere Reise ist allerdings ein ganz anderer, und zwar lebt nur wenige Kilometer nördlich von Leipzig der imposante Rüde Brahms. Das Resultat unseres Besuches im Sommer waren die zwei kräftigen Welpen Hermine und Heartbreaker Bolle von unserer Princesse. Dieses Mal darf Elli den schönen Braunen näher kennenlernen. Ich habe ihr schon ins Ohr geflüstert, dass es bald losgeht. . .

Und da wir bei der lieben Familie Paetznick eine gemütliche, kleine Ferienwohnung zur Verfügung haben, können wir dort zwei oder drei Tage bleiben und vielleicht auch einmal den berühmten Leipziger Weihnachtsmarkt besuchen.

Alles wieder auf Anfang

Elli ist immer gut für Überraschungen, diesmal hat sie uns mit ihrer Läufigkeit überrascht, die gut einen Monat früher einsetzte als erwartet. Allerdings war ich wohl auch blind für die ersten Anzeichen: das besonders intensive Schnüffeln am Wegesrand, das ständige Markieren (Pinkeln) alle paar Meter und dazu die Ohren auf Durchzug, wenn sie gerufen wurde. Naja, so ungewöhnlich fand ich das alles nicht.

Nun ist es also so weit und ich muss eine Entscheidung treffen. Ja doch, es war mein ernst gemeinter Vorsatz, dass ich es mit Elli noch einmal versuche, aber mit welchem Rüden? Dass es Anfang des Jahres mit Welpen von Brahms nicht geklappt hat, kann tausend Gründe gehabt haben, angefangen vom falschen Deckzeitpunkt bis zum dominanten Verhalten von Princesse gegenüber Elli und vieles mehr. Also wäre ein erneuter Versuch nicht aussichtslos.

Aber trotzdem, ich wollte doch mal wissen, ob es noch andere interessante Kandidaten für meine Süße gibt. Die Voraussetzungen sind klar und unanfechtbar: Er soll braun sein, eine A-Hüfte sowie ein gesundes Herz haben (mit einer Fließgeschwindigkeit der Aorta bis maximal 1,8), er darf nicht zu nah verwandt mit meiner Hündin sein (Inzuchtgefahr!) und sollte dem alten europäischen Typ entsprechen – Neufundländer des amerikanischen Typs gefallen mir halt nicht. Drei Nächte hintereinander habe ich im Internet Deckrüdenlisten studiert, nicht nur deutsche sondern auch niederländische, schweizerische. . .  Ich versuchte, bei möglichen Kandidaten nicht nur etwas über deren Vorfahren sondern auch über bereits vorhandene Nachkommen heraus zu finden.

Und am Ende der Suche: Tatatata! Da stand Isegrim Brahms von der Ahne!  Also rief ich Anne Paetznick an, um unser baldiges Kommen anzukündigen. Aber bis es soweit ist, steht noch ein Tierarztbesuch mit den notwendigen Untersuchungen zur Bestimmung des optimalen Deckzeitpunktes an. Außerdem wird bei Elli ein Abstrich gemacht und auf Bakterien untersucht. Denn für die Hündin sonst harmlose Bakterien können möglicherweise verhindern, dass sich die befruchteten Eizellen einnisten. Man will ja auf Nummer sicher gehen. . .

Fortsetzung folgt   

Das letzte Foto von Beiden zusammen

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Ich schaue mir dieses Foto immer wieder gerne an und würde die beiden Süßen am liebsten gleich knuddeln. Das Bild hat eine Freundin mit ihrem Smartphone gemacht, so ganz spontan, weshalb es vielleicht auch nicht hundertprozentig scharf ist. Aber das ist mir egal, es war einfach eine entspannte Atmosphäre, die Kleinen sind minutenlang so brav nebeneinander sitzen geblieben und waren ganz aufmerksam. Es ist eines der letzten Fotos mit beiden Welpen zusammen, aufgenommen drei Tage bevor Hermine abgeholt wurde.

Tja, und jetzt vermisse ich die beiden doch manchmal. . .  Na klar habe ich von ihren neuen Besitzern schon Berichte und Fotos/Videos erhalten. Es sind durchweg positive Feedbacks, es läuft alles bestens.   Bald werde ich die Kleinen in ihrem neuen Zuhause – in Krefeld und in Herne – besuchen

Bei uns ist derweil die Überdachung hinter dem Haus abgebaut worden und der Bagger steht bereit, um die Mauer und den Boden heraus zu reißen. (Elli war ganz aufgeregt, als der Bagger kam.) Als nächstes wird an der Stelle ein schöner, heller Wintergarten entstehen. Vielleicht werde ich dort im Frühjahr gemeinsam mit Elli einen Wurf aufziehen. Wer weiß. . .

Ob ich traurig bin?

Nun sind sie fort – zuerst Hermine und drei Tage später Heartbreaker Bolle. Mit Princesse gemeinsam habe ich sie verabschiedet. Es war beide Male gleich: Die neuen Besitzer waren glücklich und aufgeregt, der Welpe saß ganz ruhig im Auto und Princesse schaute ihr Kind an. Ich bekam eine Gänsehaut, denn ich spürte so etwas wie ein Zwiegespräch zwischen den Beiden. Es ist schwer zu beschreiben, aber ich bin sicher, Princesse wusste genau, dass dies der Abschied war, und sie teilte es ihrem Baby mit. Als sie schließlich mit mir zum Haus zurück ging, – ja, in dem Moment hätte ich heulen können, denn Princesse hat eindeutig getrauert. Doch stattdessen habe ich meinem Mädchen erzählt, dass ihre Kinder es gut haben werden und alles in bester Ordnung ist. Am nächsten Tag war sie wieder „die Alte“.

Nun könnte man meinen, ich würde meinen Hund vermenschlichen. Aber was wissen wir schon über das Seelenleben der Tiere? Ich bin sicher, wenn man sich darauf einlässt, kann man vieles spüren und intuitiv erfassen, was einem sonst verborgen bleibt.

Freunde und Bekannte, die an jedem Wurf bei mir großen Anteil nehmen und die Welpen besuchen, fragen mich jedes Mal ob ich nicht traurig bin, wenn der Tag der Abgabe kommt. „Die Kleinen abgeben, das könnte ich nicht!“ sagte letztens sogar eine Neufi-Besitzerin, deren Hündin seit einem Jahr ein paradiesisches Leben bei ihr hat. Ein anderer Welpenkäufer meinte, dass er mir keinen Kaufpreis sondern ein „Schmerzensgeld“ zahlen würde, weil mir die Abgabe ja wohl das Herz brechen müsse. Der Gedanke hat mir gefallen, denn als Ware betrachte ich die Welpen natürlich nicht.

Ich habe sie zwei Monate lang gepflegt und behütet, geschmust und schon ein bisschen erzogen. Sie sind mir natürlich ans Herz gewachsen, aber ich war mir von Anfang an bewusst, dass sie zu einem bestimmten Zeitpunkt fortgehen werden. Mit den neuen Besitzer hatte ich schon länger  guten Kontakt und mein Bauchgefühl sagte mir, es sind die passenden Menschen für die Kleinen.

Warum sollte ich also traurig sein?