Eine aufregende Autofahrt

Eigentlich bin ich mit dem Auto immer sehr zügig unterwegs, aber gestern bin ich gefahren, als hätte ich eine Ladung rohe Eier an Bord. Der Grund für meine übervorsichtige Fahrweise waren meine drei Schätzchen: Princesse, Hermine und Heartbreaker Bolle. Doch bevor die Fahrt losging, gab es für die beiden Kleinen erst mal einen „Einführungskurs“.

Das machte ich folgendermaßen: Als erste durfte Princesse ins Auto springen, wobei „springen“ heute nicht auf ihrem Programm stand, vielmehr legte sie die Vordepfoten auf den Einstieg und ich durfte ihr Hinterteil hochheben. Uff, als ich sie glücklich hineingehievt hatte, holte ich Hermine und danach Bolle und legte beide neben ihre Mama. Natürlich musste das unbekannte Umfeld erst einmal gründlich inspiziert werden. Ich ließ ihnen Zeit. gab ab und zu ein Leckerchen und erzählte dabei, dass wir gleich auf große Fahrt gehen würden. Dann ließ ich den Motor an und setzte mich wieder zu der Rasselbande nach hinten, um sie zu beruhigen, denn das Vibrieren und das Geräusch des Motors hatte bei ihnen lauten Protest ausgelöst. Einzig Princesse blieb ruhig, sie kennt das ja.

Wieder gab es Leckerchen, und als die Kleinen ruhig waren, wagte ich es loszufahren – ganz laaangsam natürlich und ganz sanft um die erste Kurve. Im Fond blieb es mucksmäuschenstill. Bei ansteigender Geschwindigkeit kam dann doch von Hermine das erste Klagelied. Also drosselte ich das Tempo wieder – sofort war sie still. Aber die ganze Strecke mit Tempo 25 zu fahren ging ja nunmal leider nicht und ich beschleunigte wieder, aber – o Wunder – es blieb still. Die ganze Zeit erzählte ich laut, was für brave Babys  sie doch seien, sooo brav und toll und mutig. Doch dann – ich traute meiner Nase nicht – kroch ein unangenehmer Geruch aus dem Fond zu mir. Da hatte doch ein kleiner Hosenscheißer . . . Nein, das glaube ich jetzt nicht! An der nächsten roten Ampel drehte ich mich nach hinten um und da sah ich die Bescherung. . .  Siedend heiß fiel mir ein, dass ich an solche Dinge wie Küchenrolle, Tücher, Plastiktüte usw. nicht gedacht habe, also was tun? Da ich sowieso tanken musste, fuhr ich die nächste Tankstelle an und riss die Tür auf, um den Gestank hinaus zu lassen. Dann durchsuchte ich das Auto nach Papier und dergleichen und fand ein angebrochenes Päckchen Tempotücher und eine Packung feuchte „Cockpitreinigungstücher“. Damit gelang mir die Entfernung des Malheurs ganz vorzüglich. Ab damit in den Abfalleimer und alles war wieder gut.

Nach dem Tanken ging es wieder auf den Heimweg. Die Welpen sagten keinen Mucks und ich war sehr zufrieden. Erst als ich vor einer auf Rot springenden Ampel etwas abrupt bremsen musste, hörte ich von hinten ganz deutlich jemanden würgen und erbrechen. Mist! Diesmal war es Bolle, der unter Reiseübelkeit litt. Bis wir zu Hause ankamen, hatte er die Bescherung aber selbst wieder beseitigt – nach dem Motto: „Doppelt gefressen hält besser“.  Also kann’s so schlimm nicht gewesen sein.