Nur noch drei Tage

Ja, es sind tatsächlich nur noch drei Tage bis Hermine abgeholt wird. Dann beginnt ihr spannendes Leben in einer fünfköpfigen Familie. Kleine Kinderhände werden sie streicheln, die dabei hoffentlich nicht zu viele Kratzer abbekommen; sie wird immer Spielkameraden haben, die sicher auch so manchen Unsinn machen;  und sie wird gekuschelt und geschmust werden, was ihr sehr gefallen wird.

Meiner Meinung nach kann man Kindern keinen größeren Gefallen tun, als sie mit einem Hund als Freund und Begleiter aufwachsen zu lassen und ein Neufundländer eignet sich besonders gut dafür. Natürlich ist die Kombination Welpe mit kleinen Kindern unter 6 Jahren für die Eltern zunächst einmal eine Herausforderung, denn sie müssen dafür Sorge tragen, dass 1. der Welpe nicht überfordert wird und 2. die Kinder lernen, wie man mit einem jungen Hund umgeht. Noch zwei Monate lang hat der Welpe seine extrem spitzen Milchzähne, die wirklich scheußlich wehtun, wenn sie in Hände zwicken, sei es auch nur spielerisch. Und wenn es nicht die Finger erwischt, dann vielleicht das Lieblings T-Shirt, das ein Loch bekommt. Da hat man als Mutter/Vater zu trösten und zu erklären, dass der kleine Hund es nicht böse gemeint hat. Aber wenn man die schwierige Eingewöhnungseit überstanden hat, dann haben Hund und Kinder sehr viel voneinander bzw. übereinander gelernt. Das kann ich als Mutter von vier Kindern sagen, die mit Neufis aufgewachsen sind.

Mein Mann und ich haben in den zwei Monaten der Aufzucht besonders darauf geachtet, dass Hermine und Bolle lernen, nicht in menschliche Haut zu beißen, seien es Hände, Arme oder Beine. Wir haben das Streicheln oder Spielen sofort abgebrochen, kurz gewartet und es erneut probiert, so lange bis die Kleinen kapiert haben, worum es geht. Wenn Hermine mit Bolle „kämpft“ oder von Princesse auf den Rücken gedreht und gezwickt wird, kann die Süße ganz schön wütend werden, sie keift und bleckt die Zähne. Heute habe ich in genau so einer Situation eingegriffen und meine Hand auf Hermines Brust gelegt und sie ganz leicht gekrault. Sofort war sie still und entspannte sich. Das hat mich doch sehr beruhigt, denn so muss es sein.

Meine kleine Maus, du bist nun gut gerüstet für das Leben und ich wünsche dir eine lange, glückliche Zeit mit deiner neuen Familie.