Erziehungszeiten

Fünf Wochen alt sind die kleinen Racker nun und voller Unternehmenslust und Übermut. Aber wie heißt es so schön: „Übermut tut selten gut“ und dass mussten sie heute am eigenen Leib erfahren. Hermine und Bolle spielen und raufen gerne miteinander und manchmal übertreiben sie es dabei, indem sie knurren, kneifen und beißen. Was würde eine Menschenmutter mit ihren Kindern bei soviel Agressivität machen? Sie würde die beiden Kämpfer sicher voneinander trennen und jedem ordentlich Bescheid sagen, dass so ein Verhalten gar nicht geht. Und tatsächlich hat Princesse dasselbe auf ihre Art auch gemacht.

Sie ging sofort dazwischen als Hermine und Bolle sich im wahrsten Sinne des Wortes „in der Wolle“ hatten. Dann knöpfte sie sich zunächst ihr Töchterchen vor, das sie „im Schwitzkasten“ – also zwischen Vorderbeinen und Brust eingeklemmt – festhielt und dabei mit den Vorderzähnen mehrmals in den Nacken kniff. Hermine quiekte erbärmlich und versuchte vergeblich zu entkommen, doch Mama ließ nicht locker. Je mehr die Kleine strampelte, desto intensiver wurde sie gekniffen und zwar so lange, bis sie völlig still da lag. Mit Bolle, der aus respektvollem Abstand zugeschaut und dann vergebens versucht hatte zu entwischen, machte Mama das gleiche. Das Söhnchen war allerdings klüger als seine Schwester und drehte Mama gleich den nackten Bauch entgegen, nach dem Motto: „Hab Erbarmen, ich ergebe mich!“ Das verkürzte die Tortur für ihn erheblich.

Danach wurden die Beiden weiterhin von Mama scharf beobachtet und immer wieder fand sie einen Anlass einzugreifen. Für mich als faszinierte Zuschauerin war es manchmal nicht ersichtlich, warum die Kleinen schon wieder Schelte von Princesse bekamen, aber dabei spielten sicher auch solche Dinge ein Rolle wie zum Beispiel freche Blicke oder das Überschreiten der von Mama gesetzte Grenzen und ähnliches. Jedenfalls nimmt Princesse die täglichen Erziehungszeiten sehr ernst und die Kleinen lernen dabei wichtige Verhaltensweisen für ihr Leben.