Sie wachsen und gedeihen

Tja, was soll ich sagen? Besser geht’s nicht! Hermine und Heartbreaker Bolle wachsen und gedeihen, dass es eine wahre Freude ist. Das ist vor allem der Verdienst von Princesse, die sich vorbildlich kümmert. Sie ist eine erfahrene Mama und für mich ist zur Zeit nicht viel zu tun. Ich genieße diese ersten drei Wochen der Welpenaufzucht sehr. Nun ist die zweite Woche angebrochen, in der noch einige aufregende Dinge geschehen werden, auf die ich mich schon freue: die Augen und Ohren werden sich öffnen, die Beiden werden auf ihren kleinen Beinchen laufen und einander wahrnehmen. Seit gestern ist mir aufgefallen, dass beim Robben schon ab und zu die Beine benutzt werden, was wie ein torkelnder Gang aussieht – einfach knuffig.

Noch gehören sie mir und Princesse alleine. Wir hocken manchmal zu zweit in der Kiste. Nachts schlafe ich immer noch im selben Raum und werde das auch noch einige Zeit machen. Manchmal bekomme ich mit, dass Princesse zu ihren Babys in die Kiste geht, um sie zu säugen. Aber sie macht das so souverän, dass ich mich nicht weiter darum kümmern muss. Ich weiß aber, dass es der Hündin Sicherheit gibt, wenn ich in der Nähe bin. Wenn sie nicht bei den Welpen ist, liegt sie immer nah bei mir, nachts neben meinem Schlafsofa. Wir  beide sind ein Team. Das habe ich ihr auch versprochen, dass wir die Babys gemeinsam aufziehen, und bin ganz sicher, sie hat es verstanden. Schließlich haben wir es schon vier Mal erlebt und solche Erlebnisse schweißen zusammen.

Ich bin zur Zeit hauptsächlich für die Hygiene zuständig, das heißt ich sorge für Sauberkeit in der Wurfkiste und bei Princesse, sie soll ja keinen Schmutz hineintragen. Spaziergänge außerhalb unseres Grundstücks sind im Moment tabu, aber selbst aus dem Garten kommt sie manchmal wie ein Schweinchen zurück, wenn sie mal wieder gebuddelt hat. Ja, sie hat immer noch diesen Trieb aber zum Glück nicht mehr so ausdauernd. Dann heißt es, alle vier Beine nacheinander in eine Waschschüssel und abschrubben und das Hinterteil gleich dazu wegen des Ausflusses. Sauberkeit ist oberstes Gebot!

Hier noch schnell die aktuellen Gewichte und Maße vom Freitag Abend:  Hermine – 1.360 Gramm und 42 cm  und Heartbreaker Bolle – 1.650 Gramm und 44 cm

Hermine und Bolle

Ach wie schön, jetzt kann ich meine Babys mit den Namen ansprechen, die ihre zukünftigen Besitzer ihnen gegeben haben. Seit heute heißen sie „Hermine“ und „Heartbreaker Bolle“.

Also habe ich mir soeben das braune Mädchen aus der Wurfkiste geholt und gesagt: „Hermine, jetzt wirst du gewogen und gemessen!“ Sie hat wieder gut zugenommen und wiegt bereits 1.060 Gramm! Vom Schnäuzchen bis zur Schwanzspitze ist sie 31 cm lang! Bolle wiegt schon stolze 1.330 Gramm und misst 34 cm! Nun sind sie knapp eine Woche auf der Welt und haben bis auf wenige Gramm ihr Geburtsgewicht verdoppelt, das ist unglaublich.

Princesse ist aber auch eine ganz tolle Mama. Sobald sie etwas von den Kleinen hört, ist sie zur Stelle. Und wenn die Kleinen sich mal längere Zeit nicht rühren, geht sie spätestens nach zwei Stunden gucken was da los ist. Dann legt sie sich in die Kiste und wartet geduldig darauf, dass ihre Babys zum Trinken zu ihr kommen. Hermine sucht meist vor sich hin motzend die Milchquelle und macht dabei so manchen Umweg. Bolle ist sehr zielstrebig und deshalb oft als erster am Ziel. Natürlich können beide weder hören noch sehen und trotzdem finden sie ihre Mama. Das Trinken dauert bei Hermine immer etwas länger und sie nuckelt noch eifrig, während Bolle mit vollem Bauch von dannen robbt, um sich eine Ecke zum Schlafen zu suchen. In der Regel wird er dabei aber von Princesse aufgehalten und energisch und gründlich mit der Zunge bearbeitet. Denn nur mit der Bäuchlein-Massage können die Welpen in dem frühen Alter Blase und Darm entleeren. Dabei geht die Mama ziemlich rabiat vor, so dass die Kleinen keine Chance zum Entkommen haben und lautstark protestieren. Aber was sein muss, muss sein.

 

Papa lässt grüßen

Eine konkrete Wurfplanung beginnt immer mit der Suche nach einem zur Hündin passenden Rüden und  – nachdem eine Entscheidung gefallen ist – mit der Kontaktaufnahme zu dessen Besitzer. Nach dem Deckakt interessiert es den Rüdenbesitzer natürlich auch, ob es Welpen geben wird, und wenn das Ultraschall-Ergebnis positiv ist, freut es ihn sehr. Nach der Geburt der Welpen wird er benachrichtigt und bekommt in der Regel nach vier Wochen seinen Anteil am Welpenpreis – meist sind es 10%. Ob es außer diesen geschäftlichen Dingen noch weitere Kontakte zwischen Hündin-Besitzer und Rüden-Besitzer gibt, ist sehr unterschiedlich.

Ich habe einen sehr regen Austausch mit Anne, der Besitzerin von Brahms. Sie nimmt großen Anteil an allem, was mit Princesse und den Babys geschieht. Ich kann sie auch jederzeit um Rat fragen, weil sie in tierärztlichen Dingen kompetent und erfahren ist. Leider konnte sie zur Geburt der Welpen nicht kommen, die Entfernung von Leipzig zu uns ist mit 500 km doch zu groß, aber wir haben oft telefoniert. Als wir zum Decken dort waren, sind wir von der Familie ganz herzlich aufgenommen worden und haben in den drei Tagen unseres Aufenthaltes Leipzig und Umgebung kennengelernt, was für uns ein interessanter und schöner Kurzurlaub war.

Brahms ist mit 79 cm Schulterhöhe ein stattlicher Rüde, der sehr verschmust ist, und mir und auch meinem Mann sofort ans Herz gewachsen ist. Dieser große liebe Kerl

würde bestimmt sagen: DSC_8649a Größe geändert Größe geändert„Papa lässt grüßen!“

Prächtige Welpen

Heute Abend beim Wiegen der beiden Babys traute ich kaum meinen Augen: der Rüde hat seit seiner Geburt vor drei Tagen bereits 300 Gramm zugenommen und die Hündin immerhin 210 Gramm!

Geburtsgewicht Rüde:       670 g /  Tag 2:  720g / Tag 3:  830g  / Tag 4:  970g                           Geburtsgewicht Hündin:  570g /  Tag 2:   600g /  Tag 3:  670g / Tag 4: 780g

Die beiden entwickeln sich also prächtig, was eigentlich kein Wunder ist bei dem Milchangebot – immerhin acht Zitzen. Und außer zu trinken und zu schlafen haben sie ja noch nichts zu tun. Es ist ein herrlicher Anblick, wenn die Zwerge so eifrig bei Mama nuckeln. Princesse nimmt sich seit heute ab und zu ein kleine Auszeit von der Wurfkiste, doch wenn sie ein Geräusch von dort hört, kommt sie sofort angerannt. Den Kleinen mangelt es bei dieser erfahrenen Mutter an nichts, sie werden gesäugt, geputzt und gewärmt. Dass Princesse sich trotzdem manchmal an einen anderen Platz legt, halte ich für ein gutes Zeichen, denn in den ersten drei Tagen war sie durch nichts aus der Kiste zu locken, so dass ich ihr Futter und Wasser hineinstellen musste. Selbst das Leckerchen nahm sie nicht an, mit dem ich sie hinauslocken wollte, um die Tücher wechseln zu können. Zum Pipimachen ging sie nur ganz kurz nach draußen. Jetzt ist sie schon deutlich relaxter und das zeigt mir, dass die Babys gesund und völlig in Ordnung sind, sonst würde sie sich anders verhalten.

Danke für die mitfühlenden Worte

Nach meinem letzten Eintrag habe ich viele Mails und Anrufe bekommen von lieben Freunden und Bekannten, die mir ihr Mitgefühl zum Tod des kleinen Henric ausgesprochen haben. Dafür möchte ich mich an dieser Stelle ganz herzlich bedanken!

Es ist immer schockierend, wenn ein junges Leben so jäh wieder erlischt. Zwar weiß ich als Züchterin, dass solche Dinge dazu gehören und habe schon mehrmals erlebt wie nah Geburt und Tod beieinander liegen, aber wenn ich damit konfrontiert werde, fühle ich nur noch Trauer und Hilflosigkeit. Deshalb habe ich für mich nach einem Weg gesucht und ihn auch gefunden, der mir hilft damit umzugehen: Ich gebe dem verstorbenen oder tot geborenen Welpen einen Namen. Henric werde ich nie vergessen, so wie ich Frieda und Falco nach zwei Jahren noch immer in Erinnerung habe.

Morgen werde ich über Princesse und ihre beiden putzmunteren Babys schreiben, die zwar noch keine Namen haben, aber ich weiß, dass ihre zukünftigen Besitzer Familie Graw und Familie Göbel schon eifrig danach suchen.

Ein trauriges Ereignis

Die große Freude und Dankbarkeit über die glücklich verlaufene Geburt und die drei wunderschönen Welpen wurde heute von einem traurigen Ereignis überschattet. Unser kleiner schwarzer Junge mit dem grünen Bändchen ist am Vormittag gestorben.

Als ich gegen 5 Uhr von einem durchdringenden Geschrei geweckt wurde, schrillten bei mir sofort alle Alarmglocken. Mir war sofort klar:  Das ist kein normales Schreien! Bis zu diesem Zeitpunkt war es in der Welpenkiste ruhig gewesen, doch nun war dort die Panik ausgebrochen. Der schreiende Kleine robbte hektisch durch die Gegend und Princesse stand ganz verzweifelt fiepend daneben während die beiden anderen Welpen versuchten, sich in Sicherheit zu bringen. Ich nahm den Kleinen in die Hand und redete beruhigend auf Princesse ein, die sich dann auch hinlegte. Der Versuch, das kleine Kerlchen bei ihr anzulegen, gelang mir nicht, weil er ohne Pause weiter seiner Verzweiflung Ausdruck gab. Princesse leckte ihn ganz hektisch ab, was die Situation nicht gerade verbesserte. Mir war klar, dass der Welpe furchtbare Schmerzen haben musste. Deshalb rief ich nun zum zweiten Mal innerhalb von 24 Stunden bei der Tierklinik an, um uns anzumelden.  Dann weckte ich meinen Mann, der von dem ganzen Drama nichts mitbekommen hatte, weil er in der oberen Etage schlief während ich unten quasi neben den Welpen nächtigte.  Seine Aufgabe war es nun, sich um die beiden übrigen Welpen und vor allem um die furchtbar aufgeregte Princesse zu kümmern, während ich mit dem schreienden Bündel im Auto Richtung Tierklinik fuhr.

Eine knappe halbe Stunde später traf ich dort ein und wartete eine  gefühlte Stunde lang auf die Tierärztin. In Wirklichkeit waren es vielleicht 10 Minuten. Die junge Ärztin machte zunächst eine Ultraschall-Untersuchung bei dem Kleinen und diagnostizierte größere Mengen Luft im Bauchraum. Sie empfahl mir,  die Babytropfen  Sab-Simplex mehrmals täglich zu verabreichen. Ich war erleichtert, denn das schien mir nicht so schlimm, wenn auch sehr unangenehm für den armen Welpen. Eine zweite Tierärztin kam hinzu und auch sie konnte weiter nichts Außergewöhnliches finden. Eine kleine Dosis Novalgin sorgte dafür, dass er nicht mehr schrie. Mir fiel ein Stein vom Herzen und ich zahlte die Rechnung von 166 Euro für Luft im Bauch ohne mit der Wimper zu zucken.

Wir waren noch nicht lange zu Hause – mein Mann wurde wegen der Babytropfen zur Apotheke geschickt – da ging das Drama weiter. Der Kleine schrie nicht nur sondern zitterte und krampfte. Mein Anruf in der Klinik und das Gespräch mit der Ärztin, die ihn behandelt hatte, war sehr unbefriedigend. So entschied ich mich, in die 50 km entfernte Praxis von Frau Dr. Möhrke in Dortmund zu fahren, da ich wusste, dass die Tierärztin auch Züchterin ist. Kurz vor meiner Ankunft hörte der Kleine plötzlich auf zu wimmern. Als ich ihn in die Praxis trug, fühlte er sich leblos an. Sofort wurde er mir dort abgenommen und reanimiert, doch sein Herz schlug nur noch ganz schwach und nach 10 Minuten war es dann endgültig stehen geblieben. Das Gespräch mit Frau Möhrke tröstete mich insofern, dass sie mir versicherte, nichts falsch gemacht zu haben. Sie vermutete eine Abnormität des Darms oder eines anderen Organs.

Völlig erschüttert saß ich im Auto und konnte nicht losfahren. Das Baby hatte ich in der Praxis gelassen, weil ich nicht wollte, dass Princesse sich noch einmal so furchtbar aufregen muss. Dann fiel mir  ein: mein kleiner Junge soll nicht namenlos von dieser Welt gehen! Ich schrieb etwas auf einen Zettel, den ich in der Praxis abgab. Dann fuhr ich heim.

Auf dem Zettel stand:

Für die Einäscherung des Neufundländerwelpen bitte den Namen „Henric“ angeben. Vielen Dank! B. Pick