Ein trauriges Ereignis

Die große Freude und Dankbarkeit über die glücklich verlaufene Geburt und die drei wunderschönen Welpen wurde heute von einem traurigen Ereignis überschattet. Unser kleiner schwarzer Junge mit dem grünen Bändchen ist am Vormittag gestorben.

Als ich gegen 5 Uhr von einem durchdringenden Geschrei geweckt wurde, schrillten bei mir sofort alle Alarmglocken. Mir war sofort klar:  Das ist kein normales Schreien! Bis zu diesem Zeitpunkt war es in der Welpenkiste ruhig gewesen, doch nun war dort die Panik ausgebrochen. Der schreiende Kleine robbte hektisch durch die Gegend und Princesse stand ganz verzweifelt fiepend daneben während die beiden anderen Welpen versuchten, sich in Sicherheit zu bringen. Ich nahm den Kleinen in die Hand und redete beruhigend auf Princesse ein, die sich dann auch hinlegte. Der Versuch, das kleine Kerlchen bei ihr anzulegen, gelang mir nicht, weil er ohne Pause weiter seiner Verzweiflung Ausdruck gab. Princesse leckte ihn ganz hektisch ab, was die Situation nicht gerade verbesserte. Mir war klar, dass der Welpe furchtbare Schmerzen haben musste. Deshalb rief ich nun zum zweiten Mal innerhalb von 24 Stunden bei der Tierklinik an, um uns anzumelden.  Dann weckte ich meinen Mann, der von dem ganzen Drama nichts mitbekommen hatte, weil er in der oberen Etage schlief während ich unten quasi neben den Welpen nächtigte.  Seine Aufgabe war es nun, sich um die beiden übrigen Welpen und vor allem um die furchtbar aufgeregte Princesse zu kümmern, während ich mit dem schreienden Bündel im Auto Richtung Tierklinik fuhr.

Eine knappe halbe Stunde später traf ich dort ein und wartete eine  gefühlte Stunde lang auf die Tierärztin. In Wirklichkeit waren es vielleicht 10 Minuten. Die junge Ärztin machte zunächst eine Ultraschall-Untersuchung bei dem Kleinen und diagnostizierte größere Mengen Luft im Bauchraum. Sie empfahl mir,  die Babytropfen  Sab-Simplex mehrmals täglich zu verabreichen. Ich war erleichtert, denn das schien mir nicht so schlimm, wenn auch sehr unangenehm für den armen Welpen. Eine zweite Tierärztin kam hinzu und auch sie konnte weiter nichts Außergewöhnliches finden. Eine kleine Dosis Novalgin sorgte dafür, dass er nicht mehr schrie. Mir fiel ein Stein vom Herzen und ich zahlte die Rechnung von 166 Euro für Luft im Bauch ohne mit der Wimper zu zucken.

Wir waren noch nicht lange zu Hause – mein Mann wurde wegen der Babytropfen zur Apotheke geschickt – da ging das Drama weiter. Der Kleine schrie nicht nur sondern zitterte und krampfte. Mein Anruf in der Klinik und das Gespräch mit der Ärztin, die ihn behandelt hatte, war sehr unbefriedigend. So entschied ich mich, in die 50 km entfernte Praxis von Frau Dr. Möhrke in Dortmund zu fahren, da ich wusste, dass die Tierärztin auch Züchterin ist. Kurz vor meiner Ankunft hörte der Kleine plötzlich auf zu wimmern. Als ich ihn in die Praxis trug, fühlte er sich leblos an. Sofort wurde er mir dort abgenommen und reanimiert, doch sein Herz schlug nur noch ganz schwach und nach 10 Minuten war es dann endgültig stehen geblieben. Das Gespräch mit Frau Möhrke tröstete mich insofern, dass sie mir versicherte, nichts falsch gemacht zu haben. Sie vermutete eine Abnormität des Darms oder eines anderen Organs.

Völlig erschüttert saß ich im Auto und konnte nicht losfahren. Das Baby hatte ich in der Praxis gelassen, weil ich nicht wollte, dass Princesse sich noch einmal so furchtbar aufregen muss. Dann fiel mir  ein: mein kleiner Junge soll nicht namenlos von dieser Welt gehen! Ich schrieb etwas auf einen Zettel, den ich in der Praxis abgab. Dann fuhr ich heim.

Auf dem Zettel stand:

Für die Einäscherung des Neufundländerwelpen bitte den Namen „Henric“ angeben. Vielen Dank! B. Pick