Endlich sind sie da!

Zwei schwarze Rüden und eine braune Hündin hat unsere wunderbare Princesse heute Morgen auf die Welt gebracht. Mutter und Welpen sind wohlauf. Wir sind darüber sehr glücklich. Aber bis zu diesem freudigen Ereignis mussten wir drei ziemlich anstrengende Tage überstehen.

Der errechnete Geburtstermin war Sonntag, der 28. August, und meine Freundin Kristina und ihr Mann hatten sich darauf eingestellt, uns an diesem Tag als Geburtshelfer zur Verfügung zu stehen. Ich war sehr froh darüber, denn es ist immer besser noch ein paar helfende Hände zusätzlich zu haben, wenn die Winzlinge geboren werden. So eine Geburt kann nämlich so manche Überraschung bergen. Zur Einstimmung auf das Ereignis und – man kann ja nie wissen – falls die Geburt schon in der Nacht beginnen würde, kamen unsere Freunde bereits am Samstag Abend zu uns. Unsere drei Neufi-Damen freuten sich ganz tierisch über den lieben Besuch und beschnupperten interessiert den „Hebammenkoffer“, den Kristina mitgebracht hatte.

Wer selber Kinder hat, weiß meist aus Erfahrung wie unberechenbar der zu erwartende Nachwuchs sein kann, wenn es um den ausgerechneten Geburtstermin geht. Aber wir waren am Samstag Abend trotzdem noch optimistisch, dass alles nach Plan verlaufen würde. Es könne sich höchstens um eine kleine Zeitverschiebung von 12 bis 24 Stunden handeln – also bis Montag früh -, dessen waren wir uns sicher. . . Princesse war da anderer Ansicht, aber das hat sie uns nicht verraten.

Es tat sich absolut nichts in der Nacht von Samstag auf Sonntag und auch den ganzen Sonntag über nicht. Erst am Abend meinten wir, eine Veränderung im Verhalten der werdenden Mutter zu sehen. Aber zunächst schlief Princesse in der Nacht zu Montag tief und fest, zeitweise laut schnarchend im Chor mit Avril und Elli.  Nur Kristina und ich konnten trotz des neuen und sehr bequemen Schlafsofas im Wohnzimmer keine Nachtruhe finden, denn jedesmal wenn das Schnarchen der Hunde aufhörte, horchten wir in die Dunkelheit ob Princesse vielleicht Anzeichen von Unruhe zeigen würde, die eine Geburt in der Regel einleitet. Ja, es gab solche Anzeichen, doch sie waren immer nur von kurzer Dauer. Die Hunde schliefen in dieser Nacht jedenfalls besser als wir Menschen.

Am Montag hatten unsere Freunde eigentlich wieder nach Hause fahren wollen, doch dankenswerterweise blieben sie noch. Wir waren uns einig: in den nächsten 24 Stunden werden die Welpen auf die Welt kommen. Es sah ja auch vielversprechend aus: die Hündin hechelte ausdauernd und nutzte jede Gelegenheit wie eine Wahnsinnige zu buddeln – im Garten ebenso wie im Hundebett. Diese Verhaltensweisen und noch einige Dinge mehr waren die Nahrung für unseren unerschütterlichen Optimismus was die baldige Geburt betraf. Es konnte sich ganz gewiss nur noch um eine kurze Zeitspanne halten. . .

Ja, der Mensch denkt und Gott – oder die Natur – lenkt. Damit mussten wir uns abfinden, denn trotz deutlich erkennbarer Eröffnungsphase ging die Geburt nicht voran.  Princesse oder ihre Babys oder alle zusammen wollten es anscheinend noch nicht. Mir zuliebe ging das brave Mädchen zwar ab und zu in die vorbereitete Wurfkiste, aber dort schlief sie meist nach kurzer Zeit ein. Es war für mich unverständlich, weshalb es diesmal so lange dauerte, und für uns alle wurde es inzwischen zu einer Nervenprobe. Immer wenn wir meinten nun würde die Austreibungsphase beginnen, war wieder Sendepause. Mir tat meine Hündin leid, denn sicher machte es ihr auch keinen Spaß, von den Hormonen so durcheinander gebracht zu werden. In der Nacht zu Mittwoch saß ich stundenlang neben meinem Mädchen. Um 2.30 Uhr verlor sie etwas Fruchtwasser und um 4 Uhr machte ich mir ernsthaft Sorgen um Mutter und Babys. Also weckte ich meinen Mann und wir beide machten uns mit Princesse auf den Weg zur Tierklinik.

Dort angekommen mussten wir wegen zwei weiterer Notfälle eine dreiviertel Stunde warten. In dieser Zeit drehte die Hündin fast durch. So habe ich sie selten schreien gehört. Sie wollte um jeden Preid dort weg. Doch zunächst musste sie das Röntgen und die Blutabnahme über sich ergehen lassen. Die Ergebnisse zerstreuten meine Sorgen sofort, denn weder steckte ein Welpe im Geburtskanal fest noch gab es irgendwelche Mangelerscheinungen im Blut, die eine Wehentätigkeit verhindern konnten. Es war alles völlig in Ordnung. Zur Stabilisierung des Kreislaufes bekam die Hündin eine Infusion mit Kochsalz und Kalium. Während die Ärztin mit uns noch besprach, ob sie die Geburt mit einer Spritze des Mittels Oxytocin einleiten solle, sahen wir plötzlich ganz deutlich einige kräftige Wehen durch den Körper der Hündin laufen und schwupps kam der erste Welpe ans Lampenlicht des Klinikzimmers. Es war 6.53 Uhr und es war ein schwarzer Rüde – ein unglaublich bewegender Moment! Wir warteten noch das zweite Baby ab – ein wunderschönes braunes Mädchen – und fuhren dann schleunigst nach Hause, wo kurz nach unserer Ankunft der dritte Welpe – noch ein schwarzer Rüde – von Kristina glücklich in Empfang genommen wurde.