Eine gute Nachricht: Es gibt Welpen!

Auf meine Princesse ist Verlass, wenn es um den Nachwuchs geht. Dessen war ich mir eigentlich auch sicher, schließlich hat mich mein Mädel noch nie enttäuscht, aber trotzdem wurde mir ganz bange zumute als die Tierärztin den Schallkopf auf den rasierten Bauch der Hündin legte. Die lag übrigens ganz gelassen da und ließ alles mit sich geschehen. Schließlich hatte sie diese Prozedur schon vier Mal erlebt. Ich hingegen starrte gebannt auf den Bildschirm und war ziemlich nervös. Zum Glück dauerte es nicht lange bis man die erste Fruchtblase erkennen konnte und kurz danach die zweite. Doch dann kam lange Zeit nichts mehr. Der Schallkopf glitt von der Blase zur Milz und wieder zurück. Wie? Nur zwei? Dann durfte Princesse aufstehen und die Tierärztin versuchte es noch einmal. Dabei tauchte wieder ein dunkler Fleck auf, der aber nur undeutlich zu sehen war. Ein dritter Fötus?

Erfahrungsgemäß zeigen sich bei der Ultraschall-Untersuchung nie alle vorhandenen Föten, es waren am Ende jedesmal mindestens zwei Welpen mehr. Die Tierärztin schlug vor,  in einer Woche noch einmal zu schauen, wenn die Winzlinge in ihren Fruchtblasen größer sind. Dann kann man auch schon die kleinen Herzchen schlagen sehen, meinte sie. Ich bin gespannt!

Welpen im August – hoffentlich!

Nach drei Mai-Würfen von Princesse in den vergangenen drei Jahren war dieses Frühjahr das erste ohne Welpen. Der Monat Mai kam und die Vögel brüteten ihren Nachwuchs aus, es gab in der Nachbarschaft Katzenbabys und die Zeitung meldete allerlei Jungtiere im Zoo, nur bei uns tat sich nichts – es war zum Heulen. Meine große Hoffnung auf Hundebabys von Elli hatte sich zerschlagen und Princesse war noch nicht einmal läufig gewesen. Den Entschluss, sie mit 6 Jahren noch einmal Mama werden zu lassen, hatte ich erst gefasst nachdem sie von drei Tierärzten gründlich untersucht worden  war. Ich wollte damit sichergehen, dass sie gesund und kräftig genug für eine weitere Geburt und die Strapazen der Welpenaufzucht ist. Von allen drei Spezialisten bekam ich grünes Licht für mein Vorhaben: alle Organe und die Schilddrüse sind laut Laborbericht gesund und das Herz laut Ultraschalluntersuchung ebenfalls vollkommen in Ordnung.

Die Untersuchungen waren im März und April gemacht worden, weil ich davon ausging, dass die Läufigkeit bei Princesse im Mai eintreten würde. Aber der Mai kam und ging vorbei ohne dass sich etwas tat. Der halbe Juni war bereits um, als ich endlich etwas feststellte: meine Hündin war heiß – aber es war Elli. “ Nein Elli, du bist jetzt noch nicht dran zumal du einen Monat zu früh läufig geworden bist“, erklärte ich ihr. Zwei Tage später kapierte ich dann, was sich da bei meinen Damen abspielte: Princesse war nun ebenfalls heiß –  einen Monat später als erwartet, weil die beiden sich abgesprochen hatten! Das ist kein Witz sondern ein häufig beobachtetes Phänomen bei mehreren Hündinnen, die zusammen leben. Das hat die Natur sehr vernünftig  eingerichtet zumal beide 63 Tage lang denselben Hormonspiegel aufweisen egal ob tragend oder nicht. Die zweite Hündin kann der Mutterhündin also bei der Aufzucht der Welpen helfen und die Kleinen sogar säugen, wenn die Mutter aus irgend einem Grund ausfällt. Von solchen Fällen habe ich tatsächlich schon gehört.

Am 25. Juni machten wir uns auf die 467 km lange Fahrt nach Krostitz – 15 km hinter Leipzig – wo der prächtige braune Rüde Isegrimm Brahms von der Ahne zuhause ist. Ich hatte ihn schon seit langer Zeit ins Auge gefasst und im Mai auch schon einmal mit Princesse für ein erstes Kennenlernen besucht. Die beiden mochten sich ganz eindeutig und da Brahms nicht nur ein imposanter  sondern auch kerngesunder Rüde ist, stand meine Entscheidung fest.

Laut der jungen Tierärztin, die als Vertretung für meine erfahrene Veterinärin die Untersuchung und Bestimmung des Progesteronwertes durchgeführt hatte, war es noch viel zu früh für den Deckakt, aber ich kenne meine Hündin und beschloss trotzdem schon zu fahren. Das Verhalten von Princesse war so deutlich und es war auch der 12. Tag wie jedes Mal, wenn ich sie zum Rüden gebracht habe. Kurz gesagt: der 26. Juni erwies sich eindeutig als der richtige Tag! Mein Mann und ich blieben zur Sicherheit noch zwei weitere Tage dort, zumal wir bei der Familie des Rüden so herzlich und gastfreundlich aufgenommen wurden und  bei der Gelegenheit auch die schöne Stadt Leipzig anschauen konnten. Es waren drei wunderschöne Tage. Und nun hoffen wir, dass es Ende August endlich wieder Welpen gibt – es muss ja nicht immer im Mai sein.