Oh, was sind sie groß geworden!

Endlich mal wieder einen Welpen auf dem Schoß halten, die spitzen Zähnchen auf der Haut spüren und das wuschelige Fell durchkraulen – ach wie habe ich das vermisst. Wenn mir auch beim Hochheben fast die Luft wegblieb und sie auch nicht mehr ganz auf den Schoß passten, habe ich es doch sehr genossen. Seit der Abgabe vor zwei Monaten haben Gerry, Emma, Ginja und Gretchen ihr Gewicht mehr oder weniger verdoppelt. Mit gut 17 Kilo ist Gretchen die Schwerste, liegt aber durchaus im normalen Bereich, der mit 3 Monaten bei 14 bis 18 Kilo anzusetzen ist. Emma und Ginja liegen bei 16 Kilo und Gerry zwar drei Kilo darunter, was aber nicht bedenklich ist. Gefährlich wäre vielmehr ein Übergewicht- und zwar für die noch weichen Gelenke – und ist deshalb unbedingt zu vermeiden! Es kann gar nicht oft genug gesagt werden wie wichtig die Gewichtskontrolle und die dazu angepasste Fütterung ist.  Auch wenn der Welpe uns „dünn“ vorkommt, er darf nicht mehr als 1 bis maximal 1,5 Kilo pro Woche zunehmen!!! Das hochwertige Futter macht beim Welpen nämlich zunächst nicht dick sondern sorgt dafür, dass er zu schnell wächst! Beim erwachsenen Neufundländer kann man fühlen ob er zu dick ist, aber einen Welpen muss man wiegen!

Das sei hier nur noch einmal zur Erinnerung gesagt und ist keinesfalls eine Kritik, denn die vier besuchten Welpen sind zwar tüchtig gewachsen aber nicht zu groß oder zu schwer. Sie haben alle eine sehr harmonische Figur und sind gesunde und glückliche Hunde. Es war wunderbar für mich zu sehen, dass sie ihren Platz im neuen Heim und im Herzen ihrer Besitzer gefunden haben.

Gerry hat in seinem neuen Heim in Bedburg zwei große braune Neufi-Kumpel vorgefunden, den sieben Jahre alten Charlie und den fünf Jahre alten Stitch. Bei Stitch passt er noch bequem unter den Bauch – vielleicht ein guter Platz wenn es regnet. Dafür ist es mit dem Spielen nicht so doll, weil die Großen ihn noch nicht für voll nehmen. Bei Charlie hat er jedenfalls keine Narrenfreiheit –  besonders nicht, wenn er aus dessen Napf naschen will. Wie gut, dass Frauchen mit ihm in die Welpenschule geht, wo er mit Gleichaltrigen toben kann. Frauchen findet übrigens, dass Gerry „ein lustiger Kerl“ ist. Zurzeit macht er mit dem ganzen Rudel Urlaub in Nordspanien – olé!

Emmas Rudel in Rheinberg besteht aus vier Menschen und zwei Katzen – für Emma kein Problem. Egal ob Klein-Ben auf dem Boden herum krabbelt oder der fünfjährige Tim sich als Hundetrainer versucht, Emma bringt so leicht nichts aus der Ruhe – außer wenn sie ihre „dollen fünf Minuten“ hat. Aber das kommt auch immer seltener vor.  Sie liebt es, mit Herrchen zum nahe gelegenen Sportplatz zu gehen, wo sie oft andere Hunde zum Toben hat. Mit ihrer braunen Farbe ist sie schon eine auffallende Erscheinung und wird oft bewundert. In der Siedlung ist sie inzwischen bekannt wie ein „bunter Hund“.

Ginja lebt mit ihrer Familie in Ladbergen (zwischen Münster und Osnabrück). Sie hat sich nicht nur gut eingelebt sondern sogar schon richtig Freundschaft mit den zwei Katzen geschlossen, die natürlich erst sehr skeptisch und zurückhaltend waren. Nachdem Ginja gelernt hat, dass man sie nicht laut bellend zum Spiel auffordern kann, weil sie dann nämlich weglaufen, klappt das Zusammenleben so gut, dass sie nun wirklich miteinander spielen. Aber ihre beste und liebste Spielgefährtin ist die neunjährige Johanna. Wie groß ist die Freude auf beiden Seiten, wenn Johanna mittags aus der Schule nach Hause kommt! Nur eines findet das Mädchen nicht so toll: die schrecklich spitzen Welpenzähne von Ginja. Aber die fallen ja zum Glück bald aus, um dem neuen Gebiss Platz zu machen.  Vormittags ist Ginja übrigens ein „Bürohund“, denn sie fährt mit Frauchen zur Arbeit und verschläft dort die Zeit bis zum Mittagessen – Büroschlaf ist ja bekanntlich der beste Schlaf. . .

Gretchen ist zu beneiden um ihren neuen Wohnort – sie lebt mitten in der Eifel, genauer gesagt im „Naturschutzpark Eifel“. Dort gibt es sogar Orchideen. . . und Wildschweine! Zugegeben, mit Orchideen kann Gretchen nichts anfangen und vor Wildschweinen sollte sie sich in Acht nehmen, aber ansonsten hat sie dort viel Freiheit und frische Luft. Und nicht zu vergessen: zwei liebe Menschen und eine Neufidame namens Pina, die trotz ihrer sieben Jahre noch richtig gerne mit Gretchen spielt. Bis vor kurzem gehörte noch die  zwölfjährige Gina dazu, deren Tod für das ganze Rudel ein großer Schock war. Als wir Gretchen letzten Mittwoch besuchten, hat es zwar geregnet aber wir ließen uns davon nicht abhalten, einen kleinen Spaziergang in dieser herrlichen Landschaft zu machen. Nächstes Jahr kommen wir ganz bestimmt wieder, und dann wird richtig gewandert!

 

Grüße aus Kanada

Annelise-Cara

Annelise – genannt Cara – eine braune Hündin aus dem A-Wurf, hat mit ihrer englischen Familie schon mehrere Umzüge mitgemacht. Als sie im Juni 2005 von den glücklichen Besitzern abgeholt wurde, ging es zunächst nach Fallingbostel in der Lüneburger Heide, wo Mr. Falconer bei der British Army stationiert war. Wenige Wochen später wurde er nach Osnabrück versetzt und ein Jahr darauf nach Edinburgh (Schottland). Dort hätte ich die nette Familie mit den beiden Kindern Blair und Kai sehr gerne mal besucht, aber irgendwie passte es zeitlich nie und  zwei Jahre später war die Chance vorbei, weil der nächste und größte Umzug über den großen Teich nach Kanada führte.

Braune Neufundländer sind in Kanada nicht anerkannt, aber da die Falconers sowieso nicht ausstellen oder züchten wollten, war es ihnen egal. Dafür wurde Cara von vielen Leuten auf der Straße der neuen Heimatstadt bewundert, die ihr braunes Fell besonders apart fanden. Das ist auch heute noch so, wenn auch die Schnauze ziemlich grau geworden ist. Nun ist sie zehneinhalb und immer noch gesund und munter wie ich kürzlich per Email erfahren konnte:“ Cara is still doing well here in Canada.“ Die Nachricht war eine riesige Freude für mich, denn ich hatte vor einiger Zeit die Mail-Adresse verloren und konnte mich deshalb nicht nach Cara erkundigen.