Feuerwerk!

Gestern abend 22.30 Uhr: Ich stehe hinterm Haus und warte auf das Feuerwerk, das jeden Moment beginnen soll. Elli und Princesse sind neben mir, sie haben wohl gemerkt, dass heute etwas Besonderes los ist. Unser sonst so beschauliches Dörfchen „Grund“ ist schon seit Mittag voller Leben und Lärm. Wir wohnen etwas abseits – im „Untergrund“ sozusagen – und der Trubel spielt sich auf der „Hauptstraße“ ab, die anlässlich des großen Ereignisses für den Verkehr gesperrt wurde, denn heute findet die alljährliche Dorfkirmes statt! Das Wetter kann prächtiger nicht sein, die Besucher sind zahlreich und neben den Imbiss- und Getränkeständen gibt es ein großes Angebot an Aktivitäten für Groß und Klein. Besonders beliebt ist die Mitfahrgelegenheit auf dem Anhänger eines uralten Porsche-Traktors und natürlich das Ponyreiten. Mitten auf der Straße gibt es sogar ein Lagerfeuer über dem man Stockbrot rösten kann. Also insgesamt eine wirklich sehr nette Dorfkirmes deren Höhepunkt in ein spektakuläres Feuerwerk münden soll, auf das wir drei nun warten.

Direkt neben unserem Garten liegt eine große Wiese, die sich den Berg hinauf erstreckt (wir wohnen schließlich im Bergischen Land), auf der im Sommer Jungrinder weiden. Manchmal kommen die Tiere so nah an unseren Gartenzaun, dass Elli meint, sie mit lautem Bellen vertreiben zu müssen, aber heute sind sie nicht da, weil sie bereits gestern auf eine anderen Weidefläche gebracht wurden. Der Grund für die Umsiedlung ist, dass von eben dieser Wiese aus das Feuerwerk abgeschossen wird.  Das ganze Spektakel findet also direkt neben bzw. über uns statt. Die Hunde haben natürlich schon längst   mitbekommen, dass dort oben am Berg etwas geschieht – man hört schon seit einer Stunde laute Stimmen und der Unimog, mit dem die Männer hinauf gefahren sind, war auch nicht zu überhören – aber trotzdem bleiben sie völlig entspannt. Vermutlich ist es ihnen noch von den letzten Jahren her in Erinnerung geblieben.

Als die erste Rakete in den Himmer hinaufschießt und mit einem ohrenbetäubenden Knall in einem goldenen Sternengefunkel explodiert, zucke ich erschrocken zusammen und Elli reagiert sich mit lautem Gebell und anschließendem Wolfsgeheul ab. Trotzdem bleibt sie standhaft an meiner Seite, ebenso wie Princesse, die einen eher gelangweilten Eindruck macht. Avril ist nun auch nach draußen gekommen, schaut mal kurz nach dem Rechten und geht völlig gelassen wieder hinein. Unterdessen knallt und knattert und zischt es fast pausenlos und am Himmel über uns erscheinen die wunderschönsten Farben und Formationen. Mein Blick wendet sich trotzdem immer wieder nach unten, wo Elli jetzt ruhig und ebenso gebannt wie ich das großartige Spektakel beobachtet, was Princesse aber überhaupt nicht interessiert. Nach kurzer Zeit findet Elli es auch langweilig und sie legt sich ins Gras, aber ich spüre ihren warmen Körper an meinem rechten Bein. Princesse hat sich mittlerweile unter das schützende Terassendach zurückgezogen und beide ertragen mit stoischer Ruhe den höllischen Lärm, der fast eine halbe Stunde lang um uns herumtobt, denn nach jedem Knall erschallt auch noch das Echo vom gegenüber liegenden Berg.