Ein ganz normaler Tag

Dieser Blog-Eintrag soll einen ganz normalen Tag mit den Welpen wiedergeben und deshalb werde ich chronologisch aufzeichnen, was hier und heute so alles  passiert. Das heißt, ich werde alle paar Stunden – so oft ich dazu komme – den Eintrag fortsetzen.

Kurz vor 6 Uhr morgens: Ich muss tief geschlafen haben, denn es dauert einige Minuten bis ich realisiere, dass die seltsamen  Geräusche nicht zu meinem Traum gehören sondern aus dem Welpenzimmer kommen: das Tapp-Tapp der kleinen flinken Pfötchen, das energische Kratzen am Kindergitter, das leise Fiepen. . . Ich schlafe schon seit Wochen im Wohnzimmer auf dem unbequemen  Sofa, damit ich jederzeit mitbekomme, was bei den Welpen los ist, aber heute morgen bin ich zu spät aufgewacht, denn normalerweise wecken mich die Kleinen zwischen 5 Uhr und 5.30 Uhr. Auch Princesse hat sich noch nicht gerührt und mich auch nicht geweckt wie sonst. Ich springe also auf in Erwartung eines chaotischen Zustandes im Welpenraum – was die Hinterlassenschaften der Kleinen betrifft – und bin angenehm überrascht: Kein einziges Häufchen und nur ganz wenige Pfützchen!Als die Welpen mich sehen, drängen sie alle gegen das Gitter, das ich deshalb nur einen Spalt breit öffnen kann. Princesse drängt sich an mir vorbei durch den Spalt und schon stürzen sich alle begeistert auf sie und geben mir den Durchgang frei. Princesse benimmt sich heute anders als sonst, sie bellt ihre Kinder böse an, wenn sie an ihre Zitzen wollen. Recht hat sie! Nach mehr als sieben Wochen tapferen Säugens sollten die Kleinen endlich mal entwöhnt werden. Allerdings ist damit der morgendliche Ablauf gestört, denn bisher habe ich während die Zwerge bei Mama auftankten, die Ziegenmilch mit Schmelzflocken vorbereitet. Also Programmänderung: Ich öffne kurzerhand die Tür nach draußen und Princesse rennt mit ihrer Kinderschar im Gefolge hinters Haus und auf die Wiese. Und dort wird gepieselt und gekackt was das Zeug hält. . . (Entschuldigung, aber anders kann man es wirklich nicht ausdrücken.) Ich bin begeistert aber auch hin -und hergerissen, ob ich zuerst die Häufchen entferne oder die Mahlzeit für die Babys vorbereite. Ich entschließe mich für letzteres: also Wasser erhitzen, Ziegenmilchpulver hinein rühren und nachdem es etwas erkaltet ist, die Schmelzflocken hinzu fügen. Die Kleinen sitzen inzwischen um mich herum und schauen mir erwartungsvoll zu. Als ich die Welpenschale mit der recht flüssigen Nahrung auf den Boden stellen will, springen sie wie Flummis in die Höhe und jeder versucht, das Futter als erster zu erreichen. Natürlich schwappt etwas über den Rand – Princesse freut sich und leckt es auf. Etwas anderes hat sie anscheinend auch aufgeleckt, denn sie stinkt bestialisch aus der Schnauze und ich finde draußen nur noch wenige Häufchen. Die meisten Hundemütter beseitigen die Hinterlassenschaften ihrer Welpen nur in der Wurfkisten-Zeit aber Princesse hört damit die ganzen Wochen nicht auf – leider. Sie ist eben eine 150 prozentige Mutter! Nach dem Fressen toben die Kleinen noch über eine Stunde lang draußen und drinnen herum. Ich vertraue dem „Aufsichtspersonal“ Avril und Elli und nutze die Gelegenheit, mich um meine persönlichen Bedürfnisse zu kümmern (damit ich endlich aus dem Nachthemd heraus komme) – immer mit einem Ohr in Richtung der Rasselbande. Kurz vor acht Uhr kehrt Ruhe ein. Die Großen, die zwischendurch mehrmals oben im Garten waren und denen ich gefühlte zwanzig Mal das Gartentor geöffnet und geschlossen habe, liegen nun ebenso zufrieden und müde herum wie die Kleinen. Ich würde mich am liebsten dazu legen . . . Stattdessen frühstücken mein Mann und ich gemeinsam bei himmlischer Ruhe. Als mein Mann danach Avril und Elli zum Spaziergang ruft, bleiben die Beiden ungerührt liegen. Sie waren ja schon im Garten und haben anschließend mit den Welpen gespielt, jetzt sind sie k.o.

Teil 2

Um 9 Uhr gibt es einen leckeren Babybrei. Die Firmen Hipp, Alete und Co. haben eine reichhaltige Auswahl an Breisorten und die Welpen haben sich schon durch das ganze Programm gefressen und mögen alle. Ich bereite den Brei mit Ziegenmilch und zwei zerstampften Bananen zu. Die Kleinen stürzen sich darauf und haben die Portion binnen einer Minute verputzt. Danach lecken sie Schüssel und den Fußboden um die Schüssel herum gründlich ab, damit kein Krümel verlorengeht. Ich brauche eigentlich nichts mehr zu spülen, mache es aber natürlich trotzdem – wie nach jeder Fütterung. Zuerst geht es nach dem Fressen aber hinaus zum Pipi machen usw. Klappt wirklich gut! Dann ist wieder Toben angesagt. Ich bitte meinen Mann, die Bande zu beaufsichtigen damit ich meinen Blog-Eintrag schreiben kann. Dann erlaube ich mir den Luxus, ein Stündchen ungestört in meinem bequemen Bett zu schlafen -welch eine Wohltat!