Der Kampf an der Milchbar

„Jetzt streitet euch nicht, es ist genug für alle da!“ Man sollte doch meinen. dass acht Zitzen für sieben Babys mehr als genug sind, aber nein, da wird geschubst und gedrängelt was das Zeug hält. Nicht jeder, der eine Zapfstelle erobert hat, kann davon ausgehen, dass er nun in Ruhe trinken kann. Vielmehr muss er seinen Platz gegen die Geschwister verteidigen. Es gibt nämlich Zitzen, und zwar die vier hinteren, da fließt die Milch leichter und außerdem sind sie besser erreichbar. Wenn Mama auf der Seite liegt sind von den vier vorderen die beiden unten liegenden nur mit Mühe zu erreichen- indem man sich unter ihren Bauch quetscht – dafür werden sie einem nicht so leicht streitig gemacht,  Für die übrigen gibt es zwei übliche Methoden, das Ziel zu erreichen und den Gegner auszuschalten: Entweder man robbt sich unter den ahnungslos Trinkenden und hebelt ihn kurzerhand aus oder man krabbelt über Mamas Bauch und lässt sich von oben auf ihn hinunterrutschen. In beiden Fällen ist das Opfer gezwungen die Zitze loszulassen. Gemeinheit!

Als ich gestern Abend beim Wiegen feststellte, dass die ohnehin schon sehr kräftigen Babys sehr viel zugenommen haben, die kleine Braune dagegen ihr Gewicht kaum gesteigert hat, habe ich beschlossen notfalls einzugreifen. Und heute Morgen konnte ich es beobachten: Die Kleine ist zwar eine unermüdliche Kämpferin aber gegen die Kraft der großen Schwester kann sie nicht lange standhalten. Ich mache es zwar nicht gerne aber diesmal habe ich kurzerhand die Dicke aus dem Ring genommen. Sie protestierte natürlich lautstark aber beruhigte sich schnell und bekam von mir ein paar Streicheleinhaiten. Nach wenigen Minuten, als die ersten satt waren und wieder Plätze an der Milchbar frei wurden, durfte sie wieder zurück. Diese kurze Auszeit hat ihr sicher nicht geschadet.

Im Übrigen sind jetz fünf Welpen mehr als ein Kilo schwer, die Kleine mit dem roten Bändchen liegt mit 960 Gramm knapp darunter, und „Ginny“ fehlen noch fast 200 Gramm. Da muss man doch helfen!