Alles im grünen Bereich

In den ersten fünf Lebenstagen haben alle sieben Zwerge an Größe und Gewicht mächtig zugelegt. Das braune Mädchen war mit einem Geburtsgewicht von 490 Gramm das kleinste Baby und wiegt nun 600 Gramm, das schwerste  – Fräulein Lila – ist von 690 auf sagenhafte 880 Gramm gekommen. Die anderen liegen mit 700 bis 770 Gramm im Mittelfeld. Also alles im grünen Bereich. Princesse säugt und putzt ihre Kinder so begeistert, dass es eine Freude ist dabei zuzuschauen! Wenn alles so gut klappt, sind die ersten drei Wochen für mich die entspannteste Zeit.

Gestern Morgen allerdings wollte Princesse bereits um 4.30 Uhr nach draußen. Aus dem Schlaf gerissen, taumelte ich leicht bekleidet mit ihr hinaus, um das Gartentor zum oberen Bereich zu öffnen. „Mach schnell, ich will wieder ins Bett! “ rief ich Princesse hinterher, die die Stufen hinauflief und im Halbdunkel verschwand. Ich wartete eine Zeitlang und rief sie dann – nichts geschah. Nun weiß ja jeder Neufi-Besitzer, dass dies ein völlig normaler Zustand ist aber mir schwante etwas. . . Hatte sie doch in den letzten Tagen immer wieder versucht, ihre alten Buddellöcher aufzusuchen, was ich ihr strengstens untersagte. Das fehlt mir noch, dass sie mit Matschpfoten in die Wurfkiste geht – nein danke. Ich verstehe sowieso nicht, weshalb sie immer noch buddeln will, wo es die Kleinen im warmen Zimmer doch viel besser haben als draußen. Aber Madame hat da ihre eigenen Ideen und würde womöglich noch alle sieben Babys nach draußen bringen, wenn man sie ließe. Vermutlich ist ihr Instinkt noch so urtümlich und ihr Verhalten deshalb völlig normal. Also alles im grünen Bereich.

Meine Ahnung hat sich gestern früh jedenfalls bestätigt. Ich suchte und fand sie beim Vergrößern ihrer Lieblingskuhle nur deshalb, weil ich ein Rascheln hörte und im Lichtschein meiner Taschenlampe das dicke Hinterteil sah –  das Vorderteil war im Erdreich verschwunden. Die Stelle liegt schön versteckt im dichten Gestrüpp und ist deshalb schwer zugänglich, weshalb  ich große Mühe hatte, sie dort heraus zu holen. Ich muss dazu sagen, dass unser Garten zum großen Teil Wiese und Wildnis ist – ein Paradies für die Hunde. Nachdem ich mein Buddelmonster endlich aus dem Loch heraus hatte, brauchte ich eine halbe Stunde, um sie sauber und trocken zu machen. Danach war ich hellwach.