Ein See mitten im Wohnzimmer

Schön fand ich es zwar nicht aber so etwas gehört dazu, wenn man eine schwangere Hündin hat: ein großer Pipisee mitten im Wohnzimmer – selbstverständlich auf dem Teppich! Mir fiel dazu gleich ein, dass Princesse so ein Malheur bisher jedes Mal passiert ist, wenn ihre Trächtigkeit sich dem Ende näherte, deshalb ersparte ich der werdenden Mama die Schimpftiraden und putzte den See kommentarlos mit einem Berg von Tüchern auf. That’s life!

Es sind nur noch zwei Wochen bis zur Geburt und Princesses Bauch rundet sich zusehends. Sie hat dreieinhalb Kilo zugenommen und ihr Bauchumfang beträgt 93 cm. Sie bekommt zwei Mahlzeiten am Tag und zwischendurch Obst, Joghurt oder Quark und Ziegenmilch mit Honig, was sie sehr gerne mag. Als Geburtsvorbereitung gebe ich ihr außerdem etwas Himbeerblättertee in die Honigmilch. Sie trinkt auch deutlich mehr Wasser als normal und entsprechend oft muss sie natürlich Pipi machen – notfalls eben auch im Wohnzimmer. Später fiel mir ein, dass sie versucht hat, mir  vorher Bescheid zu sagen indem sie aufgeregt hinter mir her lief. Ich habe es nur falsch gedeutet und ihre Aufgeregtheit darauf zurück geführt, dass sie voller Ungeduld auf ihr Futter wartete. Na, jetzt weiß ich Bescheid: spätestens alle drei Stunden muss Madame nach draußen. Nachts hoffentlich in größeren Abständen. Ich werde morgen wohl sehr zeitig aufstehen müssen. Aber daran muss ich mich sowieso wieder gewöhnen, denn Welpen sind auch keine Langschläfer.

Hummeln im Hintern

Princesse ist ja wirklich nicht leicht aus der Ruhe zu bringen –  wo sie liegt, da liegt sie. Meistens natürlich da, wo sie stört, wie zum Beispiel  vor dem Küchenschrank, wenn ich einen Topf brauche, vor dem Herd, wenn ich das Essen koche, und unter dem Tisch, wenn wir essen. Abends liegt sie meist ganz relaxt auf dem Sofa – mit dem Bauch nach oben, in der Hoffnung, dass sich jemand erbarmt und das Bäuchlein massiert. Der Anblick dieser entspannten Hündin ist einfach nur schön!

Gestern Abend hat sie uns furchtbar erschreckt, als sie plötzlich wie von einer Tarantel gestochen aufsprang und panisch durchs Zimmer lief, dann ruckartig stehen blieb, nervös um sich schaute und – den Blick auf den Boden geheftet – wieder los rannte. Es machte den Eindruck als suche sie etwas. „Hast du schlecht geträumt oder warum hast du plötzlich Hummeln im Hintern?“ fragte ich sie. Doch Princesse reagierte nicht auf meinen Zuruf sondern suchte noch eine Zeitlang weiter nach dem imaginären Ding. Schließlich legte sie sich zu unserer Erleichterung wieder hin. Avril und Elli haben sich von dem seltsamen Verhalten zum Glück nicht anstecken lassen sondern nur erstaunt die Köpfe gehoben als wollten sie sagen:“Was soll der Blödsinn?“

Wenig später entdeckten wir die Lösung des rätselhaften Verhaltens. Mein Mann sah es zuerst und wies mich darauf hin: Irgendetwas krabbelte da auf Princesses Hinterteil herum. Bei  näherer Betrachtung entpuppte sich das Etwas als eine dicke Hummel, die versuchte, sich aus dem dichten Fell zu befreien. Da mussten wir doch lachen, denn mit dem Ausspruch von den „Hummeln im Hintern“ hatte ich ja gar nicht so falsch gelegen. Zum Glück war es nur eine Hummel und die war auf dem Hintern – wovon ich sie dann schleunigst befreite.

Kämmen, bürsten, striegeln – aber bitte niemals scheren!

Die Schönheit eines Neufundländers macht zum großen Teil sein üppiges Haarkleid aus. Wenn es gut gepflegt ist und wundervoll glänzt, erntet er bewundernde Blicke und – was noch wichtiger ist – er fühlt sich wohl in seiner Haut. Das Gegenteil ist der Fall bei mangelhafter Pflege, weil ein Fell, bei dem die lose Unterwolle nicht entfernt wird, leicht verfilzt und keine Luft an die Haut kommen lässt. Das kann besonders in der Zeit des Fellwechsels ganz schnell passieren. Da heißt es kämmen, bürsten, striegeln bis nichts – aber auch wirklich nichts mehr – von der Unterwolle heraus kommt. So bearbeite ich seit Ende März das Fell meiner drei Neufi-Damen ganz besonders intensiv und es ist noch kein Ende abzusehen. Inzwischen habe ich einen Tennisarm, aber ich kenne kein Erbarmen – weder mit mir noch mit meinen Fellmonstern, denn was sein muss, muss sein.

Nach einem ausgiebigen Morgenspaziergang ist Fellpflege angesagt. Das ist für mich und die Hunde zur Gewohnheit geworden, und so springen sowohl Princesse als auch Elli immer schon freiwillig auf den Kämmtisch nach dem Motto „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“. Dafür gibt es am Ende dann natürlich auch eine ganz besonders leckere Belohnung. Avril lässt sich allerdings davon nicht locken, sie muss schon etwas energischer zum Kämmen überredet werden. Was normal bei jedem Hund in etwa 10 bis 15 Minuten erledigt ist, dauert zurzeit dreimal so lange. Also mindestens eine halbe Stunde  lang wird jeder täglich durchgearbeitet und zwar von hinten nach vorne, denn hinten mögen es meine Damen am wenigsten und wenn sie einmal sitzen, kriegt man sie schwer wieder zum Aufstehen. Mein Superstriegel mit dem Namen „King-Coat“ leistet im langen Fell der Hose gute Arbeit. Wer glaubt, dass es dort keine losen Haare gibt, wird sich wundern, was da jeden Tag aufs Neue wieder herauskommt.  Auch die Seiten und der  Bauch lassen sich beim stehenden Hund besser bearbeiten und wenn er sich schließlich hinsetzt, sind Kopf, Brust und Vorderbeine dran. Da leisten mir mein dreireihiger Striegel und ein grober Kamm gute Dienste. Zum Schluss kommt für die Feinarbeit der geniale „Furminator“ zum Einsatz, der immer noch Unterwolle herauszieht, wo eigentlich keine mehr sein kann. Von meinen Dreien wird das kratzige Gerät anscheinend als angenehm empfunden, besonders wenn ich damit von der Schnauze aus die Brust hinunter fahre. Ja, überhaupt ist das Kämmen und Bürsten eine durchblutungsfördernde Massage, die die meisten Hunde lieben, wenn man nicht zu grob dabei ist. Wahrscheinlich springen meine Beiden deshalb freiwillig auf den Kämmtisch.

Bei der anstrengenden Kämmerei, dem schmerzenden Arm und den herumfliegenden Haaren könnte man auf den Gedanken kommen, beim Hundefrisör einen Radikalschnitt machen zu lassen. Damit würde man außerdem gleich „zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen“, nämlich die anstrengende Fellpflege für die nächsten Monate los zu sein und dem armen Hund bei sommerlichen Temperaturen Linderung zu verschaffen. So nach dem Motto: Ich ziehe mir im Sommer auch keinen dicken Pelzmantel an. Leider falsch gedacht, denn das Fell bietet dem Hund nicht nur Schutz vor Kälte sondern auch vor Hitze! Und die Natur hat es so eingerichtet, dass die besonders wärmende Unterwolle im Frühjahr abgestoßen wird und das verbleibende  Deckhaar als Schutz vor Sonneneinstrahlung und Hitze dient, denn zwischen Haar und Haut kann kühlende Luft zirkulieren! Wirklich ein genialer Trick der Natur, dem wir nur ein bisschen nachhelfen müssen, indem wir – wie bereits erwähnt -die Unterwolle restlos entfernen. Wer sich das nicht zutraut, kann dafür gerne einen guten Hundefrisör aufsuchen; ein guter Hundefrisör hat das richtige Werkzeug dafür und wird niemals zum Scheren raten. Unsere Neufundländer sind ja schließlich keine Pudel.

Meine Welpenkäufer werden von mir – sofern sie noch nie einen Neufundländer hatten – über den Aufwand und die Bedeutung der regelmäßigen Fellpflege aufgeklärt und gleichzeitig dringend davor gewarnt, ihren Hund im Sommer scheren oder sehr kurz schneiden zu lassen. In den letzten Jahren bekam ich ab und zu mal ein Foto von einem „meiner“ Hunde zugeschickt, dem eine solche Sommerschur verpasst worden war – oft mit dem Kommentar, dass der Liebling sich von seinem dicken Pelz befreit viel wohler fühlen würde und munter herumspringe. Ich bin sicher, dass das „Herumspringen“ eher ein Zeichen des Unwohlseins bedeutet, weil der arme Hund sich – plötzlich seines Fells beraubt – sehr seltsam fühlen muss. Auf einmal  spürt er  jeden Windhauch auf der fast nackten Haut. Zudem besteht die akute Gefahr eines Sonnenbrandes, da die äußerst empfindliche Haut nicht mehr durch Haare geschützt wird. „Lassen Sie sich doch mal eine Glatze rasieren und laufen damit in der Sonne herum!“ möchte ich den ahnungslosen Besitzern raten. Dann merkt man nämlich selber, dass Haare einen enormen Schutz darstellen.

Da Hunde nicht wie wir Menschen über die Haut schwitzen, bringt das Scheren nicht den gewünschten Effekt. Vielmehr wird der Hitzeausgleich bei ihnen über Hecheln, Flüssigkeitsaufnahme und Aufenthalt im Schatten erreicht. Dem Neufundländer tut auch ein Bad im See oder in einem Kinderplanschbecken (frisch gefüllt mit kaltem Wasser) sehr gut, dabei reicht es schon, wenn er nur mit den Beinen darin steht oder vielleicht noch den Bauch ins Wasser legt. Ersatzweise kann man ihm auch mit einem sanften Strahl aus dem Wasserschlauch Abkühlung verschaffen. Ich kenne auch Neufis, die sich eine Kuhle unter einem schattigen Busch graben und dort stundenlang auf dem kühlen Erdboden liegen.. Für kastrierte Hunde, deren Unterwolle oft noch viel üppiger ist als normal, kann es dabei eine Hilfe sein, den Bauch zu rasieren – aber bitte nur den Bauch!  Es gibt viele Gründe, die gegen das Scheren sprechen. Ein wichtiges Argument ist, dass die Unterwolle sehr viel schneller als das Deckhaar nachwächst, so dass das Fell stumpf und wie Wollfilz aussieht und Flüssigkeit aufnimmt anstatt sie abzuweisen.

Einen sehr aufschlussreichen Artikel über das Thema findet man unter:  www.hund-unterwegs.de/hunde-blog/sommerschur-mehr-schaden-als-nutzen/

Heimlich, still und leise

Viele liebe Menschen, die mit uns gespannt auf die kommenden Welpen warten, fragen mich immer wieder: „Wie geht es Princesse?“ Darauf kann ich zum Glück sagen: „Es geht ihr sehr gut. Sie hat nur ein Problem, nämlich dass sie den ganzen Tag einen Riesenhunger hat.“ Sie hat ja schon immer gerne gefressen und zwar alles, was irgendwie genießbar ist, aber zurzeit ist sie gar nicht satt zu kriegen. Von morgens bis abends verfolgt mich ihr bettelnder Blick und sie steht sofort neben mir, wenn ich eine Schranktür öffne oder mit Papier raschele. Sie verfolgt mich in den Keller, wenn ich mir nur eine Flasche Wasser heraufholen will, und versperrt mir den Rückweg bis ich eine Möhre, einen Apfel oder sogar ein Biskuit für sie mitbringe. Wenn ich vom Einkaufen nach Hause komme, schnappt sie sich meine Handtasche oder den Autoschlüssel und läuft damit in die Küche. Dort gibt sie den Gegenstand nur im Tausch gegen einen Zwieback wieder ab.

Beim Spaziergang steht sie minutenlang auf der Wiese und rupft die frischen Spitzen der Gräser ab. Ein ganz besonderer Leckerbissen sind für sie zu meinem Leidwesen aber Pferdeäpfel – je frischer desto lieber. Nun schadet es sicher nicht, wenn sie mal einen davon erwischt, aber dass sie dafür den Elektrozaun und meine zornigen Rufe ignorierend auf die Weide läuft, um sich dort den Bauch voll zu schlagen, geht mir dann doch zu weit. Also muss ich sie in Nähe der Weide anleinen. Ansonsten darf sie frei laufen, weil sie in der Regel brav hinter uns her trottet. Am letzten Samstag waren wir aus der „Gefahrenzone Pferdewiese“ heraus und gingen im Gänsemarsch hintereinander über einen schmalen Waldweg, der rechts und links von Ilexsträuchern und Brombeerbüschen gesäumt war: mein Mann vorneweg, Avril und Elli zwischen uns und Princesse als Schlusslicht hinter mir. Das dachte ich jedenfalls, doch da ich hinten keine Augen habe (leider), bekam ich nicht mit, dass Madame sich heimlich, still und leise in die Büsche geschlagen hatte. Erst als ich mich irgendwann umwandte, fiel es mir auf. Ich ärgerte mich maßlos – aber nicht über Princesse sondern über mich selbst. Denn eigentlich kenne ich mein Mädchen gut genug, um zu wissen, dass sie immer ihre kleinen Abstecher macht, wenn gerade mal keiner auf sie achtet. Sie ist sogar einmal in einem Hohlweg verschwunden, wo rechts und links fast drei Meter hohe und sehr steile Böschungen waren, und kam erst nach einigen Minuten von dort oben wieder herunter, nachdem sie sich ausgiebig an Pferdeäpfeln gütlich getan hatte.

Es ist schon ein blödes Gefühl, wenn man sich umdreht und der Hund, der eben noch hinter einem war, plötzlich von der Bildfläche verschwunden ist. Da hilft auch kein Rufen oder Pfeifen sondern nur Warten oder Suchen. Ich war fürs Warten aber mein Mann meinte, wir sollten sie suchen, da sie seiner Meinung nach noch nicht weit weg sein könnte. Also kroch ich in gebückter Haltung durch die stacheligen Ilexbüsche (die auch Stechpalmen genannt werden), versuchte den pieksenden Brombeerranken auszuweichen und fluchte leise vor mich hin. . . Leider fand ich Princesse dort trotzdem nicht. Mein Mann brachte Avril und Elli nach Hause und dann suchten wir zu zweit die ganze Umgebung ab. Schließlich gab uns eine Spaziergängerin einen Hinweis. Princesse war dorthin zurück  gelaufen, wo sie uns verlassen hatte, und war nun ihrerseits irritiert, dass sie uns nicht mehr fand. So gesehen wäre Warten vielleicht doch die bessere Lösung gewesen. . . Was unsere Süße in der halben Stunde ihres Verschwindens gemacht hat, können wir nur vermuten. Ich meinte, einen leichten Geruch nach Pferdeäpfeln und frischem Gras an ihr wahrgenommen zu haben als ich sie glücklich in die Arme schloss. . .

Hurra!!! Es gibt Welpen!!!

Eigentlich war ich mir sicher – zumindest zu 99% – aber als ich mit Princesse bei unserer Tierärztin im Wartezimmer saß, wurde mir plötzlich ganz bang und ich stellte mir vor, dass ich gleich hören würde: „Es tut mir leid aber ich kann nichts finden, was auch nur im entferntesten einem Fötus ähnelt.“ Ich fühlte mich plötzlich so schrecklich wie sonst nur im Wartezimmer einer Zahnarztpraxis, wenn ich ahne, dass mir gleich ein Zahn gezogen wird. Als wir endlich hereingerufen wurden und die Tierärztin mich lächelnd fragte, was mein Gefühl mir sagen würde, stotterte ich nur: „Ja, also, , , ich weiß nicht. . . eigentlich glaube ich schon. . . aber so ganz eindeutig auch wieder nicht. . .“  „Na dann wollen wir mal sehn!“ antwortete sie und zu Dritt hievten wir Princesse auf den Tisch,  wo ihr zunächst der Bauch teilweise rasiert wurde. Dann ging die Suche mit dem Schallkopf los. Ich starrte gebannt auf den Bildschirm. Da! Da ist doch was, dachte ich. Doch im selben Moment hörte ich die Ärztin sagen: „Also, da haben wir die Blase.“ Was soll der Unsinn, fuhr es mir durch den Kopf, in der Blase findet man doch bestimmt keinen Fötus. . . Auf dem Bildschirm sah ich nur eine wabernde Masse, doch endlich nach gefühlten zehn Minuten der erlösende Ausruf: „Das scheint eines zu sein!“ Ja, jetzt sah ich auch den dunklen ovalen Fleck, der kurz auftauchte und dann wieder verschwand, um kurz darauf erneut aufzutauchen. Sofort bekam ich eine Gänsehaut vor Aufregung. Die Suche ging weiter und kurz darauf tauchte Nummer Zwei aus der wabernden Masse auf. Hurra! Dann tat sich eine Zeitlang  nichts. Was, nur Zwei? Doch endlich erneut ein dunkler Fleck – war das etwa derselbe wie eben? Nein, die Ärztin zählte weiter: „Der Dritte. . . und da der Vierte. . . und hier der Fünfte. Die haben sich  heute aber gut versteckt! Der wievielte Tag ist es denn heute?“  „Äh, was? Ach ja, der achtundzwanzigste“, gab ich verwirrt zur Antwort. Also fünf Welpen. Aber vielleicht hat ja sich noch einer irgendwo versteckt. . .   Das wäre möglich, meinte die Ärztin und schlug vor, dass wir in fünf Tagen noch einmal schauen, weil man eventuell noch mehr sehen kann, wenn die Kleinen sich weiter entwickelt hätten. Nochmal der ganze Stress für Princesse und für mich? Mal sehn, ich weiß noch nicht, ob ich das wirklich will.

Happy Birthday Anam Cara’s A-Wurf!

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Meine neun Aprilscherze feiern bei guter Gesundheit ihren 10. Geburtstag! Fünf von ihnen waren zu meiner großen Freude vor vier Tagen beim Jubiläumsfest dabei und zwar: Asterix, Avril, Amira, Akira und Abby (auf dem Foto von links nach rechts).

Fast wäre Adele auch gekommen, wenn ihre Zweibeiner nicht krank gewesen wären. Aaron ließ sich von seiner Familie entschuldigen, die schon etwas anderes vorhatte, und Annelise (genannt Cara) schickte Grüße aus Kanada, wohin sie mit ihrer Familie vor sieben Jahren ausgewandert ist. Von Amadeus habe ich aktuell nichts gehört aber vor einem halben Jahr ging es ihm gut und ich hoffe, es ist immer noch so. Ich wünsche allen, dass sie noch einige Geburtstage feiern können!

Der erste Wurf ist wohl für jeden Züchter etwas Besonderes und die Erinnerung an dieses Ereignis prägt sich tief ein. So weiß ich heute noch genau, dass es ein wunderschöner, sonniger Nachmittag war als am 1. April 2005 bei Désirée die Geburt los ging. Und ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt war ich mit meiner damals 14jährigen Tochter alleine im Haus. Eine Welpengeburt kannte ich bis dahin nur aus Büchern und von Berichten anderer Züchter. Daher war ich mir nicht sicher ob es in Ordnung war, dass die Hündin plötzlich sehr viel Fruchtwasser verloren hatte ohne dass ein Welpe geboren wurde. Mein Tierarzt konnte nicht kommen, da er gerade Sprechstunde hatte, aber er meinte, ich solle mit der Hündin zur Praxis kommen. Gesagt, getan – ich packte Désirée in unseren Bus, meine Tochter setzte sich auf die Rückbank, um die Hündin im Blick zu haben, und ich fuhr so schnell es ging zum Tierarzt. An einer roten Ampel kurz vor dem Ziel hörte ich meine Tochter aufgeregt rufen:“Da ist gerade ein Welpe geboren!“ Die letzten 500 Meter kamen mir schrecklich lang vor, und vor der Praxis hielt ich im absoluten Halteverbot. Meine Tochter lief in die Praxis und kam kurz darauf mit dem Tierarzt und mehreren Helferinnen zurück. Das Kleine wurde abgenabelt und ebenso wie die Mutter kurz untersucht. Zum Glück war alles in Ordnung und wir wurden wieder nach Hause geschickt mit dem Hinweis, dass das nächste Baby bestimmt bald folgen würde. Auf der Heimfahrt baten wir Désirée eindringlich, doch bitte zu warten bis wir zu Hause wären. Sie war so brav und brachte ihr Zweites ordnungsgemäß in der vorbereiteten Wurfkiste zur Welt. Kurz darauf kam mir eine gute Freundin zu Hilfe, die sich zumindest mit Schafgeburten auskannte. Die ganze Geburt dauerte dann noch bis zum nächsten Vormittag und am Ende hatte die erschöpfte Hündin elf Welpen zur Welt gebracht, von denen die letzten beiden leider Totgeburten waren. Die übrigen neun Welpen aber waren zähe kleine Biester, die sich prächtig entwickelt haben – wie man heute sieht.