Überraschung!

Eigentlich hätte ich es ja wissen müssen, aber ich war fest davon überzeugt, dass meine Planung richtig ist und Princesse erst im April läufig wird. Das wären nämlich sechs Monate nach der letzten Hitze im Oktober und meine Süße hat sich bisher immer ein halbes Jahr Zeit gelassen. Manchmal auch zwei bis drei Wochen länger aber nie kürzer – und dabei hat sie sich immer an der Rudelchefin Avril orientiert –  bis jetzt! Aber dieses Mal kam es anders, denn dieses Mal war unser Küken Elli die Vorläuferin. Als sie im Februar ihre heiße Phase durchlief, dachte ich noch, dass es für die beiden anderen noch zu früh sei (vier Monate nach der letzten Läufigkeit) und es tat sich bei ihnen auch nichts. Ich plante also in aller Ruhe den Besuch bei dem auserkorenen Rüden, den ich mir schon einmal vorab anschauen wollte, da ich ihn nur von Fotos her kannte. Es war etwas schwierig bei der Züchterin ein freies Wochenende zu finden, doch schließlich einigten wir uns auf den Samstag nach der Clubschau des NNFC (Niederländischer Neufundländerclub), die am 15. März stattfindet. Ich trug in meinen Kalender also den 21. März als Besuchstermin ein.  Es war Ende Februar, Elli war am Ende ihrer Läufigkeit und ich war froh darüber, nun endlich wieder längere Spaziergänge mit ihr machen zu können. . .

Am 3. März stellte ich fest, dass Princesse läufig war. Ja, ich hätte es wissen müssen, denn Läufigkeit ist so ansteckend wie Zwingerhusten – bei Menschen würde man sagen wie Windpocken. Wer mehrere Hündinnen hat, kennt dieses Phänomen: wird eine heiß, zieht die andere über kurz oder lang nach und die dritte ebenfalls. Also wird Avril bald auch soweit sein. . . Nun musste ich schleunigst handeln, weil die geplante Verpaarung mindestens eine Woche vorher beim Klub angemeldet werden muss. Doch ich war mir nicht sicher ob ich den Rüden nehmen will, da ich ihn noch nie gesehen habe. Wird er mir gefallen? Passt er zu meiner Hündin? Ich informierte zunächst telefonisch die Besitzerin über den veränderten Zeitplan und löcherte sie mit Fragen. Sie war natürlich voll des Lobes über ihren Rüden: Ja, er hat straffe Lefzen und Augen und einen wunderbaren Charakter, ist ein ganz lieber Kerl. Er ist nur nicht sehr groß für einen Rüden. Sie nannte mir noch eine Züchterin, die vor zwei Wochen aus der Schweiz mit ihrer Hündin zum Decken angereist war, und die ich daraufhin anrief, um nach ihren Eindrücken zu fragen. Es stellte sich heraus, dass ihre Hündin sogar nah verwandt mit Princesse und ihr daher vom Typ sehr ähnlich ist. Dazu passe der Rüde ausgezeichnet, meinte die Schweizerin.  Das überzeugte mich letztlich und so meldete ich der Zuchtleitung die geplante Verpaarung meiner Hündin Princesse mit dem Rüden Vercordia’s Kyandro an. Einen zweiten Rüden als Ersatz anzugeben ist üblich, falls es mit dem ersten aus irgendwelchen Gründen nicht klappen sollte. Auch dafür hatte ich eine Auswahl getroffen: ein brauner Rüde, der mir auch gut gefällt.

Als nächstes war der Tierarztbesuch fällig, um einen bakteriellen Abstrich machen zu lassen. Schließlich muss man sicher sein, dass alles in Ordnung ist. Princesse ließ alles geduldig über sich ergehen, nun ist es ja auch nicht das erste Mal für sie. Nächste Woche wird ihr etwas Blut abgenommen, um im Labor den Progesteronwert bestimmen zu lassen. Das hilft, den richtigen Deckzeitpunkt zu finden. Aus den bisherigen Erfahrungen tippe ich auf den 14. März – mal sehen ob ich Recht habe. . .