50 Menschen und 20 Neufis feierten Anam Cara’s Jubiläum

Mein Fest zum 10jährigen Zwingerjubiläum war wunderschön  und das habe ich den vielen netten Menschen zu verdanken, die am letzten Samstag mit ihren lieben Neufundländern gekommen waren um mit mir zu feiern. Das Wetter war leider nicht so schön und mein geplantes Programm mit Aktivitäten für Zwei- und Vierbeiner auf dem benachbarten Sportplatz musste ebenso gestrichen werden wie die Demonstration „Wie kämmt und schneidet man das Fell eines Neufis“.  Es regnete so stark, dass ich den Kämmtisch zwischen Kaffee und Kuchen bzw. Würstchen und Brötchen hätte aufbauen müssen, was aber wegen der herumfliegenden Haare nicht so appetitlich gewesen wäre. So machten wir das beste daraus, indem wir nach einem kleinen Spaziergang gemütlich beisammen saßen, uns die reichlich gespendeten Kuchen, Brötchen Würstchen und Leberkäse sowie den Kaffee schmecken ließen und dabei über unsere Neufis plauderten – ein unerschöpfliches Thema. Zu diesem Zeitpunkt hätte ich gerne eine kleine Ansprache gehalten, wenn ich nicht das Problem hätte, nach einem Satz plötzlich nicht mehr zu wissen, was ich eigentlich Wichtiges sagen wollte. Ich könnte eher einen Roman schreiben als eine Rede halten und so gelang es mir lediglich, den Gästen mitzuteilen, dass das Kuchenbuffet im Flur aufgebaut wäre und es auch noch herzhafte Speisen gäbe und man sich bitte selbst bedienen möge, weil es keine Kellner gäbe. Wie peinlich! Kein Wort des Dankes für die vielen kulinarischen Spenden und das zahlreiche Erscheinen und was mir sonst noch auf dem Herzen lag. Ehrlich, ich kann  nichts dafür, dass ich kein guter Redner bin – ich habe in dem entscheidenden Moment immer ein Blackout. Deshalb möchte ich die Ansprache, so wie ich sie gerne gehalten hätte, hier in schriftlicher Form nachholen:

„Liebe Gäste! Ich freue mich unglaublich, dass so viele Menschen   gekommen sind, um mein 10jähriges Jubiläum mit mir zu feiern. Es sind außer den – hoffentlich – stolzen Besitzern eines Anam Cara’s Neufundländers und anderen lieben Freunden auch einige zukünftige Welpenbesitzer gekommen, die sehnsüchtig auf den nächsten Wurf warten, der voraussichtlich Mitte Mai geboren wird. Ganz besonders freue ich mich über meine vielen Neufis, die heute hier sind und zwar über jeden einzelnen von ihnen, der seine ersten neun Lebenswochen bei mir verbracht hat und inzwischen ein stattlicher Neufundländer geworden ist. Irgendwie bleiben sie doch ihr Leben lang auch noch ein kleines bisschen meine Babys. Das Allerschönste ist heute für mich, dass ich fünf „Babys“ aus meinem ersten Wurf – dem A-Wurf – wiedersehen darf, die in vier Tagen ihren zehnten Geburtstag feiern! Es war der 1. April 2005 als neun Welpen, fünf schwarze und vier braune, zur Welt kamen. Alle neun sind noch gesund und für ihr Alter – wie man so schön sagt – gut drauf. Fünf von ihnen sind heute hier und von den vier anderen habe ich Nachricht bekommen, dass es ihnen gut geht. Nach diesem ersten Wurf kam 2006 der B-Wurf, 2008 der C-Wurf, 2012 der D-Wurf, 2013 der E-Wurf und 2014 der F-Wurf. Die beiden ersten Würfe sind von der braunen Hündin Désirée von der Bernde, die 2011 mit elfeinhab Jahren gestorben ist. Der dritte Wurf stammt von Désirées Tochter Avril, die nun auch zehn Jahre alt wird, und die drei letzten Würfe von Princesse, die ich vom Zwinger „Henri und Eliza’s“ aus der Schweiz bekommen habe. Insgesamt sind in den zehn Jahren also sechs Würfe mit insgesamt 44 Welpen gefallen. Das ist nicht so viel wie bei manchen anderen Züchterkollegen aber es ist mir auch nicht wichtig besonders viele Welpen zu züchten, sondern mir geht es darum, jeden Wurf mit Sorgfalt und Liebe aufzuziehen und für jeden einzelnen Welpen das passende Zuhause auszusuchen. Es macht mir viel Freude aber die neun Wochen mit den Babys sind auch immer anstrengend und alle anderen Dinge, die sonst mein Leben bestimmen, sind in der Zeit der Welpenaufzucht unwichtig. Da ich aber seit einigen Jahren nur noch  Freunde in Neufiundländer-Kreisen habe, haben alle viel Verständnis für die zwei Monate „Auszeit“ bei jedem Wurf. Ich bin heute stolz und glücklich, weil ich hier vor Augen habe, dass mein Traum wahr geworden ist. Vom ersten Wurf an war es nämlich mein Traum, gesunde und charakterlich typische Neufundländer zu züchten für Menschen, die genauso verrückt nach dieser Rasse sind wie ich, die ohne einen Neufi nicht leben wollen und können. Was Charakterstärke des Neufundländers betrifft, brauche ich hier wohl nicht zu erklären, das wissen alle Besitzer aus eigener Erfahrung. Ich hoffe, dass ich in den nächsten Jahren noch ein paar weitere Würfe erleben darf und zwar in Zukunft mit meiner braunen Elli, denn für Princesse soll ihr vierter Wurf auch ihr letzter sein.

Nun möchte ich noch etwas Wichtiges aussprechen: ein ganz dickes DANKESCHÖN an die großzügigen Spender der vielen kulinarischen Köstlichkeiten, die wir heute genießen dürfen, und an die fleißigen  Helfer, die mich bei der Organisation und Durchführung dieses Festes unterstützen! Vor zehn Jahren habe ich mir noch nicht vorstellen können, wie viele nette Menschen ich kennenlernen würde und wie viele Freundschaften dabei entstehen würden. Das ist die schönste „Nebenwirkung“ meiner Züchter-Leidenschaft!“

 

Wenn die Maiglöckchen blühen…

Zurzeit blühen allerorten noch die Schneeglöckchen aber der Frühling kündigt sich bereits an mit den ersten Krokussen und vereinzelt sogar schon Narzissen. Und wenn in zwei Monaten die Maiglöckchen blühen, gibt es bei Anam Cara’s wieder Welpen! Diese Aussage ist zwar – wie bei den Lottozahlen – noch ohne Gewähr, aber ich bin doch recht optimistisch. Die erste Voraussetzung dafür haben wir nämlich gestern geschaffen: Princesse und Kyan haben sich kennengelernt und zusammengefunden.

Acht Tage nachdem ich die ersten Anzeichen ihrer Läufigkeit entdeckt habe, zeigte der Progesteronwert im Blut bereits eine deutliche Erhöhung, die sich beim nächsten Test zwei Tage später noch einmal rasant weiter entwickelt hatte. Als die Tierärztin mir gestern das aktuelle Laborergebnis telefonisch mitteilte und mir riet, so schnell wie möglich mit Princesse zum Rüden zu  fahren, kam das schon sehr überraschend für mich, denn ich hatte eigentlich das Wochenende dafür eingeplant. Aber als Züchter muss man flexibel sein und das ist Angelique, die schon viele Jahre züchtet, zum Glück auch. So verabredeten wir die Zusammenführung unserer beiden Hunde ganz spontan noch für den Abend. Der Vorteil dieser „Nacht- und Nebelaktion“ war, dass die Autobahn so wunderbar leer war und wir kaum mehr als eine Stunde für die Fahrt nach Roermond brauchten. Dort angekommen tranken wir erst einmal in Ruhe ein „Koppje Koffie“,  denn einen Deckakt sollte man immer ganz ruhig und entspannt angehen, meinte Angelique. Dabei durften wir den fast 11jährigen Bouke kraulen, der sich über die Aufmerksamkeit sichtlich  freute. Für uns war es sehr interessant, den alten und noch sehr agilen Vater von Kyan kennenzulernen. Er ist schließlich der lebende Beweis dafür, dass die Gene für Fitness im hohen Alter mit großer Wahrscheinlichkeit auch in Kyan veranlagt sind.

Nun waren wir auf Kyan sehr gespannt. Da ich ihn ja bisher nur auf Fotos gesehen hatte, war ich doch ein kleines bisschen aufgeregt und in meinem Kopf kreiste die Frage: Wird er mir gefallen? Doch schon beim ersten Anblick waren alle Zweifel vergessen und ich war nur noch froh über meine Entscheidung. Meine inzwischen sehr erfahrene Princesse hatte ganz offensichtlich auch keinerlei Bedenken vorzubringen und so verlief der Deckakt ganz entspannt und ruhig. Besser konnte es gar nicht laufen. Jetzt müssen wir nur noch auf die Maiglöckchen warten . . .

 

Überraschung!

Eigentlich hätte ich es ja wissen müssen, aber ich war fest davon überzeugt, dass meine Planung richtig ist und Princesse erst im April läufig wird. Das wären nämlich sechs Monate nach der letzten Hitze im Oktober und meine Süße hat sich bisher immer ein halbes Jahr Zeit gelassen. Manchmal auch zwei bis drei Wochen länger aber nie kürzer – und dabei hat sie sich immer an der Rudelchefin Avril orientiert –  bis jetzt! Aber dieses Mal kam es anders, denn dieses Mal war unser Küken Elli die Vorläuferin. Als sie im Februar ihre heiße Phase durchlief, dachte ich noch, dass es für die beiden anderen noch zu früh sei (vier Monate nach der letzten Läufigkeit) und es tat sich bei ihnen auch nichts. Ich plante also in aller Ruhe den Besuch bei dem auserkorenen Rüden, den ich mir schon einmal vorab anschauen wollte, da ich ihn nur von Fotos her kannte. Es war etwas schwierig bei der Züchterin ein freies Wochenende zu finden, doch schließlich einigten wir uns auf den Samstag nach der Clubschau des NNFC (Niederländischer Neufundländerclub), die am 15. März stattfindet. Ich trug in meinen Kalender also den 21. März als Besuchstermin ein.  Es war Ende Februar, Elli war am Ende ihrer Läufigkeit und ich war froh darüber, nun endlich wieder längere Spaziergänge mit ihr machen zu können. . .

Am 3. März stellte ich fest, dass Princesse läufig war. Ja, ich hätte es wissen müssen, denn Läufigkeit ist so ansteckend wie Zwingerhusten – bei Menschen würde man sagen wie Windpocken. Wer mehrere Hündinnen hat, kennt dieses Phänomen: wird eine heiß, zieht die andere über kurz oder lang nach und die dritte ebenfalls. Also wird Avril bald auch soweit sein. . . Nun musste ich schleunigst handeln, weil die geplante Verpaarung mindestens eine Woche vorher beim Klub angemeldet werden muss. Doch ich war mir nicht sicher ob ich den Rüden nehmen will, da ich ihn noch nie gesehen habe. Wird er mir gefallen? Passt er zu meiner Hündin? Ich informierte zunächst telefonisch die Besitzerin über den veränderten Zeitplan und löcherte sie mit Fragen. Sie war natürlich voll des Lobes über ihren Rüden: Ja, er hat straffe Lefzen und Augen und einen wunderbaren Charakter, ist ein ganz lieber Kerl. Er ist nur nicht sehr groß für einen Rüden. Sie nannte mir noch eine Züchterin, die vor zwei Wochen aus der Schweiz mit ihrer Hündin zum Decken angereist war, und die ich daraufhin anrief, um nach ihren Eindrücken zu fragen. Es stellte sich heraus, dass ihre Hündin sogar nah verwandt mit Princesse und ihr daher vom Typ sehr ähnlich ist. Dazu passe der Rüde ausgezeichnet, meinte die Schweizerin.  Das überzeugte mich letztlich und so meldete ich der Zuchtleitung die geplante Verpaarung meiner Hündin Princesse mit dem Rüden Vercordia’s Kyandro an. Einen zweiten Rüden als Ersatz anzugeben ist üblich, falls es mit dem ersten aus irgendwelchen Gründen nicht klappen sollte. Auch dafür hatte ich eine Auswahl getroffen: ein brauner Rüde, der mir auch gut gefällt.

Als nächstes war der Tierarztbesuch fällig, um einen bakteriellen Abstrich machen zu lassen. Schließlich muss man sicher sein, dass alles in Ordnung ist. Princesse ließ alles geduldig über sich ergehen, nun ist es ja auch nicht das erste Mal für sie. Nächste Woche wird ihr etwas Blut abgenommen, um im Labor den Progesteronwert bestimmen zu lassen. Das hilft, den richtigen Deckzeitpunkt zu finden. Aus den bisherigen Erfahrungen tippe ich auf den 14. März – mal sehen ob ich Recht habe. . .