Urlaub auf unserer Trauminsel

Die Herbstferien im Oktober sind unsere Ferien. Solange mein Mann noch „schulpflichtig“ ist, sind es die einzigen Urlaubstage, die wir richtig genießen, weil es zu dieser Jahreszeit in den Urlaubsregionen nicht so überfüllt ist wie im Sommer oder auch zu Ostern. Und weniger Menschen bedeutet für uns mit drei Neufis eben auch weniger Stress. Die Hunde frei am Strand laufen lassen, das geht halt  nur im Herbst und Winter. Und wenn Avril, Princesse und Elli voller Begeisterung mit langen Sätzen ins Wasser stürmen, sich anschließend rücklings mit allen vier Beinen strampelnd im Sand wälzen, so dass sie aussehen wie panierte Schnitzel, dann sind wir Zweibeiner glücklich – weil die Vierbeiner es sind.

So machten wir uns am 3. Oktober, dem Feiertag, –  der die Ferien dieses Jahr noch etwas verlängert hat –  mit unseren drei Neufi-Mädels im Auto und dem vollgeladenen Wohnwagen dahinter auf den Weg nach Mecklenburg-Vorpommern. Ein Jahr zuvor hatten wir dort unsere Trauminsel in der Ostsee gefunden und wollten nun schauen, ob unser erster Eindruck sich bestätigen würde. Wir sind ja eigentlich recht bescheiden, denn alles was wir uns im Urlaub wünschen ist ein hundefreundlicher Campingplatz mit einem ruhigem Stellplatz  für uns, möglichst in Nähe des Hundestrandes, und eine Einkaufsmöglichkeit, die man zu Fuß erreichen kann (besonders ein Bäcker!). Dies alles ist in Timmendorf auf der Insel Poel vorhanden, wenn sich seit dem letzten Jahr nichts geändert hat, dachten wir und nahmen dafür gern die Anfahrt von 540 Kilometern auf uns.

Feiertag + schönes Wetter = Stau auf der Autobahn – diese Formel stimmt immer! So brauchten wir ganze acht Stunden – mit nur einer Pause – für den Weg zu unserer Trauminsel. Unsere drei Mädels waren auch sichtlich genervt, benahmen sich aber trotzdem recht gut. Avril hat fast die ganze Fahrt sitzend verbracht, während die anderen beiden zwischen Sitzen und Liegen abwechselten. Seit wir keinen Bus mehr fahren sondern einen  platzmäßig weniger komfortablen SUV, müssen die Hunde sich schon recht diszipliniert verhalten in der Enge des Wagens. Natürlich haben wir die Rückbank umgeklappt aber der Platz reicht nur, wenn sich alle drei nebeneinander legen – wie die Ölsardinen in der Dose. Erstaunlicherweise klappte das nach kurzer Eingewöhnungszeit ganz gut.

Auf dem Campingplatz angekommen, fanden wir unseren idealen Stellplatz auf einer Wiese mit viel freien Raum um uns herum. Die Hunde sprangen freudig aus dem Auto und durften sich erst Mal erleichtern und frisches Wasser trinken. Dann mussten wir sie allerdings am Zaun anbinden, denn  als Campingurlauber hat man erst mal jede Menge zu tun: Auto abkuppeln, Stützen herunter kurbeln, Wasser in den Tank füllen, Stromkabel ausrollen und mit Stromkasten verbinden usw. Für einen längeren Spaziergang reichte die Zeit dann nicht mehr, denn es war mittlerweile schon dunkel geworden. Also nach dem Füttern  ein kurzer Gang, das musste reichen.

Es ist schon schön, wenn man sein kleines Eigenheim auf Rädern dabei hat, in dem man sich wohlfühlt, aber mitunter ist es auch etwas eng, wenn drei große Hunde sich dort breit machen. Tagsüber konnten sie draußen liegen aber abends und nachts mussten sie mit hinein, weil sie sonst draußen bei jedem unbekannten Geräusch laut bellen. Gute Wachhunde unsere Neufis! Trotz der Enge war es recht gemütlich und nachdem Elli endlich kapiert hat, dass sie keinesfalls mit zu uns ins Bett darf, kehrte auch Ruhe ein.

Der Wettergott meinte es gut mit uns und so waren wir die meiste Zeit draußen. Morgens nach dem Frühstück ein langer Strandspaziergang und am Nachmittag einen Ausflug ins Dorf oder zu einem anderen Ort auf der Insel, ansonsten vor dem Wohnwagen in der Sonne sitzen, lesen, faulenzen und was man so im Urlaub eben macht. Das kulturelle Element wurde diesmal vernachlässigt, weil wir letztes Jahr bereits die Städte Wismar, Schwerin und Lübeck besucht hatten. Mit drei Neufundländern durch Städte zu laufen ist ja auch nicht immer ein Vergnügen – besonders nicht für die Vierbeiner. Viel lieber toben sie am Strand mit anderen Hunden, buddeln im Sand und versuchen, Möwen zu jagen. Das alles war ihnen vergönnt.

Das klingt nach Paradies? Na, so ganz paradiesisch war es am Strand allerdings nicht, denn es gab einen Wermutstropfen: der Strand – und zwar sowohl der Badestrand als auch der Hundestrand – war übersät mit Algen, mit schwarzen stinkenden Algen, die zum Teil zu Bergen aufgetürmt waren, in denen wir bis zu den Knien versanken wie in einem Sumpf. Um diese Stellen zu umgehen, mussten wir in die Dünen ausweichen. Wir konnten es nicht glauben, dass von der Kurverwaltung nichts unternommen wurde, um dieses stinkende Zeug zu beseitigen. Wohl war es letztes Jahr am Strand auch nicht ganz algenfrei gewesen aber doch längst noch nicht so schlimm. Nur bei starker Ebbe konnte man dem Sumpf ausweichen, indem man über die Sandbänke ging, die aus dem seichten Wasser heraus ragten.  Den Hunden machte das alles nicht viel aus aber uns „stank“ die Angelegenheit mächtig. So ist der Traum von unserer Trauminsel erst mal ausgeträumt und wir müssen uns nächstes Jahr unseren Traumstrand woanders suchen.