Peinlich, peinlich!

Spaziergänge im Regen sind für uns Zweibeiner zwar nicht so angenehm aber unseren drei Neufundländern ist es egal. Sie lieben Spaziergänge bei jedem Wetter, sofern das Thermometer nicht viel mehr als 20 Grad anzeigt. Ein Gutes hat der Regen jedenfalls: es sind kaum Menschen im Wald anzutreffen. Oft gehen wir unsere knapp einstündige Runde ohne irgend jemandem zu begegnen. Das heißt für die Hunde „Leinen los!“ und sie können nach Herzenslust schnuppern und stöbern. Schmutzig werden sie sowieso, da kommt es auf etwas mehr Dreck auch nicht mehr an. Den Gedanken, dass ich nach dem Gang eine Stunde brauchen werde, um drei Hunde sauber zu machen, verdränge ich erst Mal und freue mich an ihrem Übermut. Durch Pfützen, Matsch und Unterholz, immer mit der Nase am Boden, ab und zu ein kräftiges Schütteln, dass es nur so spritzt – so sehen glückliche Hunde aus! Sie bleiben immer in unserer Nähe, holen sich zwischendurch ein Leckerchen ab und weiter geht es.

So war es auch letzten Sonntag. Zwar nur leichter Nieselregen aber trotzdem richtiges Schmuddelwetter, da es die Tage vorher viel geregnet hatte. Es war noch recht früh am Morgen und anscheinend kein Mensch unterwegs also wieder „Leinen los“. Plötzlich hörten wir einen Pfiff und alle drei Hunde erstarrten kurz, um dann in die Richtung des Geräusches zu laufen. Zwei konnten wir im letzten Moment am Geschirr fest halten aber Elli, die kein Geschirr trägt, bekam ich nicht zu fassen. Mein Ruf verhallte ungehört, weil im selben Moment ein zweites Pfeifen ertönte. Na super, dachte ich, wenn mein Hund auf mein Pfeifen doch auch mal so prompt reagieren würde. . .

Der pfeifende Mensch stand von einem Baum verdeckt am Wegesrand und versuchte, sich vor der springenden Elli zu retten, indem er sich weg drehte. Dabei fuchtelte er aber mit seinen Armen herum, was Elli natürlich erst recht zum Hochspringen animierte. Peinlich, peinlich! Als ich sie endlich irgendwie zu packen kriegte, war die Kleidung des Mannes nicht mehr ganz sauber. Zum Glück schien er es nicht zu bemerken, denn er erkundigte sich nur, ob wir seinen Hund gesehen hätten, „einen Großen, grau gestromt“.   Ich hätte ihn beinahe gefragt, wie er das mit diesem lauten Pfiff macht, auf den unsere Hunde so prompt reagiert hatten. Aber offensichtlich hat es ja bei dem eigenen Hund diese Wirkung nicht.