Es gibt Tage wie diesen . . .

Es gibt Tage wie diesen, da frage ich mich warum ich mir das alles nur antue. Warum ich den permanenten Schlafmangel, den Großputz am frühen Morgen und den Verzicht auf meine persönlichen Interessen ertrage  – und das alles mehr als zwei Monate lang! Denn eigentlich ist mir mein Acht-Stunden-Schönheitsschlaf ausgesprochen wichtig, das Putzen  überhaupt nicht mein Ding und in Ruhe ein gutes Buch zu lesen meine Lieblingsbeschäftigung (ebenso wie die Spaziergänge mit meinen drei Neufi-Mädels natürlich).

Heute früh war es mal wieder so weit, dass ich mir diese Frage stellte: Warum tue ich mir das an? Nach nur fünf Stunden Schlaf (immerhin 5 Stunden, gestern waren es dreieinhalb) wurde ich von selber wach, weil ein sehr vertrauter aber unangenehmer Geruch in meine Nase stieg, der von der unteren Etage herauf gezogen kam. Außerdem registrierten meine Ohren ein gelegentliches leises Fiepen. Die Welpen sind wach! Was wird mich heute am frühen Morgen dort unten wohl erwarten? Gestern war ja bis auf zwei, drei kleine Pfützchen alles sauber geblieben aber das Glück habe ich in letzter Zeit nicht oft gehabt und der Geruch ließ Schlimmes ahnen. Ich zog mir schnell T-Shirt und Trainingshose an, lief die Treppe hinunter, stieg über Avril und Princesse, die nachts im engen Flur schlafen,  und sah beim Eintreten ins Wohnzimmer die ganze Bescherung. Der Raum, in dem die Welpen schlafen, ist nur durch ein Kindergitter abgetrennt, so dass ich gleich den vollen Durchblick auf etwa ein Dutzend Häufchen hatte, die im ganzen Raum verteilt lagen. Princesse war sofort neben mir und brannte darauf, dort hinein zu kommen, um auf ihre Art alles „aufzuputzen“. Das war natürlich nicht in meinem Sinn aber andererseits konnte sie mir helfen, in dem sie die Welpen ablenken würde während ich sauber machte. Sie trinken nämlich morgens noch sehr gerne ein Schlückchen Muttermilch. Doch heute lagen die Häufchen so weit vorne am Gitter, dass ich den Raum nicht betreten konnte ohne gleich mitten in der Bescherung zu stehen. Die Welpen fiepten beim Anblick von Mama gleich doppelt so laut und drängten ans Gitter, da war an ein Reinkommen gar nicht zu denken. Also beschloss ich, Plan B auszuführen und das Problem von hinten anzupacken. „Komm mit, Süße!“ forderte ich Princesse auf und wir beiden gingen durch die Vordertür in den strömendem Regen hinaus zum Gartentor und ums Haus herum zur Hintertür, wo es zum Glück eine schützende Überdachung gibt.. Die aufmerksamen Kleinen konnten uns durch die Glastür sehen und drängten sofort hinaus, als ich die Tür öffnete. Princesse ließ es geduldig geschehen, dass sich sieben kleine Schnäuzchen bei ihr andockten. Nun konnte sie beginnen, die Putzorgie am frühen Morgen. Wegen des Gestanks blieb die Tür offen und so bekam ich nach wenigen Minuten Besuch von einem vorwitzigen Welpen, der mir „helfen“ wollte und mit erstaunlicher Kraft am Putzlappen zerrte. Der wurde von mir vertrieben und ich arbeitete weiter bis der nächste kleine „Helfer“ kam.  So dauerte die Putzerei deutlich länger als geplant  und danach konnte ich gleich hinterm Haus weiter machen, wo die Kleinen in bester Laune tobten und spielten.

Anschließend machte ich das Futter für die Zwerge, die sich voller Begeisterung auf die Schüssel stürzten. Beim Anblick der kleinen schmatzenden Gesellschaft ging mir das Herz auf und ich dachte: Ja, ihr kleinen süßen Stinker, dafür tue ich mir das alles an – und wenn es manchmal auch hart ist, so mache ich es doch gerne!

Und im Übrigen gibt es doch viel häufiger Tage wie jenen letzten Samstag, an dem die kleine Rasselbande voller Lebensfreude im Schatten des Walnussbaumes auf der Wiese herum tobte und anschließend beim Baden das Shampoonieren und abtrocknen so geduldig über sich ergehen ließ, um dann selig zwei Stunden zu schlafen. Dann pfeife ich auf den Schönheitsschlaf, vergesse die Putzerei und lasse die Bücher im Regal stehen, denn diese wunderbaren Erlebnisse machen alles hundertfach wieder wett.