Neugierig auf die Welt

Die Welpen haben in der letzten Woche einen enormen Fortschritt in ihrer Entwicklung gemacht. Sie sind selbstbewusster geworden und vor allem unglaublich neugierig. Die Neugier ist größer als die Vorsicht. Wenn Elli oder Avril – unsere Wachhunde – bellend an den Zaun laufen, weil da irgend etwas Verdächtiges ist, hat sich die kleine Meute bisher immer sofort zurück gezogen nach dem Motto: Gefahr! Alle in Deckung! Doch nun ist es doch viel interessanter, zu gucken was es da Spannendes gibt. Auch gewagte Kletterpartien werden jetzt gemacht, z.B. von der Liege auf den Trimmtisch. Und dort oben – 60 cm über dem Boden – fühlt man sich ganz groß und hat zudem eine herrliche Aussicht auf die Geschwister am Boden. Die Liege ist übrigens zur Zeit der Renner, weil die Rückenlehne nach hinten kippt und das Fußende hoch geht sobald ein Gewicht auf die Lehne drückt – und wieder zurück kippt, wenn es auf die Sitzfläche verlagert wird. Die Kleinen wippen darauf mit Begeisterung auf und ab.  Alles wird ausprobiert und es wird probiert, was man wohl fressen kann. Ich habe schon die verrücktesten Dinge aus den kleinen Schnäuzchen geholt: Steine, Holz, Pappe, Farnkraut – eben alles was man draußen so findet. Das geht ja alles noch, aber heute hat es mich geschüttelt. Fenja hatte etwas Undefinierbares im Mäulchen, das zur Hälfte heraus hing und von ihren Geschwistern heiß begehrt wurde, denn sie jagten alle hinter Fenja und der Beute her. Nun war ich neugierig und schnappte mir die kleine Schwarze mit den Worten:“Was hast du denn da so Tolles, meine Süße?“ Ich traute meinen Augen nicht: es war eine dicke, fette Nacktschnecke!

Mit dieser Neugier auf die Welt können sie in den nächsten Tagen bei ihren neuen Menschen und in der fremden Umgebung leichter den Verlust ihres bisherigen Rudels und der vertrauten Umgebung verschmerzen und werden sich ganz schnell eingewöhnen. Es gibt da ja so viel Spannendes zu entdecken!

Avrils strenge Hundeschule

Der Zeitpunkt ist bald gekommen, an dem die Welpen ihr erstes Heim verlassen und in ein neues Zuhause mit noch fremden Menschen ziehen werden.  Tatsächlich sind es nur noch drei Tage bis zum Abschied von den ersten beiden. Bei dem Gedanken daran werde ich ein wenig melancholisch und nachdenklich. Ich frage mich, ob die Kleinen gut genug vorbereitet sind auf ihr neues Leben, ob ich wirklich alles dafür getan habe, dass sie mit der fremden Umgebung und den neuen Menschen klar kommen. Bei fast allen Familien gibt es bereits einen älteren Hund, mit dem sie erst mal zurecht kommen müssen, um dann hoffentlich bald Freundschaft zu schließen. Was diesen Punkt betrifft, so sind sie sicher gut vorbereitet, denn sie sind in Avrils strenge Hundeschule gegangen.

Avril ist eindeutig die Chefin unseres Rudels und von ihrem Wohlwollen sind Princesse und Elli abhängig. Sie entscheidet, wer wann an ihr vorbei gehen darf, wenn sie im Türbereich liegt, und sie bewacht alles, was im und ums Haus herum ist. Nur durch Blicke signalisiert sie den Beiden was Sache ist. Gegenüber uns Zweibeinern kehrt sie die Chefin – zum Glück – nicht heraus sondern zeigt Respekt und steht z.B. sofort auf, wenn wir durch die Tür gehen wollen. Es kommt mir so vor als ob sie es als ihre Aufgabe betrachtet, für uns alles zu bewachen und sich um alles zu kümmern. Deshalb bellt sie allerdings auch häufiger als es Neufundländer normalerweise tun. Sie muss halt melden, wenn ihr etwas verdächtig vorkommt. Sie hat auch die Welpen von Anfang an mit Argosaugen beobachtet und sich einmal sogar zu den Winzlingen in die Wurfkiste gelegt als Princesse kurz draußen war. Bei ihrer Rückkehr wurde sie von Avril angeknurrt als wollte sie ihr sagen, dass es nicht in Ordnung war, die Babys alleine zu lassen.

Sobald die Rasselbande groß genug ist und draußen herum läuft beginnt für Avril die Erziehung der Kleinen. Das ist eigentlich eine ganz kurze aber sehr effektive Maßnahme, die folgendermaßen vonstatten geht: Avril geht mit einem Leckerbissen – letztens war es ein Zwieback – im Maul hinaus zu den Welpen, legt sich ganz gelassen hin, den Zwieback vor sich auf den Boden – und wartet ab. Natürlich sind die kleinen Racker nun neugierig und nähern sich dem Objekt – allerdings sehr vorsichtig, denn Avril strahlt schon eine gewisse Autorität aus. Sobald ein Mutiger zu nah an den Zwieback heran kommt, wird er ganz energisch angeblafft und zieht sich erschrocken zurück. Trotzdem versucht es ein anderer, dem der Duft des Leckerbissens in der Nase kitzelt, doch auch er bekommt eine laute Abfuhr. Ein ganz mutiges Mädchen versucht es dann von hinten, macht einen Bogen um Avril und schleicht sich an. Doch bis zum Zwieback kommt sie nicht, der strenge Verweis von Avril flößt Respekt ein. Sie hat deutlich gezeigt, dass dieser Leckerbissen für die Welpen tabu ist, denn er gehört ihr. Mit dieser einen Übung hat sie sich bei den Welpen so viel Respekt verschafft, dass sie von da an der Chefin bei jeder Begegnung unterwürfig das Maul lecken, was sie sich gnädig gefallen lässt.

Das Brötchen

Für meine drei Mädels sind knochenharte Brötchen eine besondere Delikatesse, die es nicht jeden Tag gibt. Um ungestört an dem Leckerbissen kauen zu können, sucht sich dann jeder Hund seinen eigenen Platz. Gestern jedoch stand Princesse erst unschlüssig herum und zeigte mir dann deutlich, dass sie zu ihren Babys wollte, die hinter dem Kindergitter schon gespannt darauf warteten, was jetzt wohl passiert. Ebenso gespannt war ich. Wird sie das Brötchen selbst fressen und den Welpen klar machen, dass sie daran nichts zu suchen haben? Oder wird sie es den Kleinen bringen? Mit dem begehrten Futter im Maul und der kleinen Meute dicht um sich herum ging sie erst ein paar Mal hin und her – bis sie das Brötchen unvermittelt fallen ließ. Sofort stürzten sich alle sieben auf den unverhofften Leckerbissen. Wer die Beute dann eroberte und sich damit aus dem Staub machte, war Finn, der Stärkste im Rudel. Verdutzt schauten die anderen hinterher  und nur der kleine gewitzte Fred nahm die Verfolgung auf. Irgendwie gelang ihm der Coup und nun lief er eilends auf seinen stämmigen Beinchen in eine enge Ecke unter dem Trimmtisch, wo er sich sicher fühlte.  Doch sein Glück währte nicht lange, denn Florentine, Findus und Finn bedrängten ihn derart, dass er  seine Beute ganz schnell wieder los war. Finn hatte es zurück erobert und wollte sich gerade darüber her machen, als Florentine es ihm in einem Überraschungsangriff abnahm. Mit hoch erhobenem Kopf – das Brötchen war noch größer – lief sie stolz von dannen. So ging der Brötchen-Ringelreihen noch eine Zeitlang weiter. Anfangs waren noch alle sieben  bei der Jagd nach der Beute dabei, doch am Ende waren nur noch drei Welpen daran beteiligt, die schließlich einträchtig an dem Leckerbissen knabberten während die anderen vier aufgegeben hatten. Wer die drei waren? Tja, es waren Fred, Franca und Fenja – wer hätte das gedacht. Was mich aber am meisten beeindruckt hat, waren die Ruhe  und Friedfertigkeit mit denen das ganze Spiel vonstatten ging. Kein Knurren oder Kneifen, kein Bellen oder Keifen!  Auch nicht als ich den drei Siegern das angeknabberte Brötchen weg nahm und es Princesse gab, die es dann auch gerne fraß. Dabei wollte sie aber nicht gestört werden und machte es den vorwitzigen Babys mit einem leisen Grummeln deutlich. Das wurde anstandslos akzeptiert.

Auch wenn die Kleinen das Bellen, Knurren, Keifen und sogar Kneifen im Spiel immer wieder ausprobieren, so dass ich manchmal denke, ich hätte Kampfhunde, so sind sie im „Ernstfall“ doch unglaublich lieb und verträglich. Meine Idee, jedem Welpen seine Portion Futter in einen eigenen Napf zu geben, kam nicht gut an. Nach spätestens dreißig Sekunden des einsamen Fressens, standen sie plötzlich zusammen mit einem oder zwei anderen friedlich mampfend über einen kleinen Napf gebeugt. So bin ich wieder zur gemeinsamen großen Schüssel zurück gekehrt. Da geht es zwar sehr eng zu aber alle sind zufrieden.

Nun noch die Info zum Stand der Dinge: Am Freitag war die Tierärztin hier und hat alle sieben Welpen geimpft und jedem einen Chip eingesetzt. Auch dabei waren meine Schätzchen sehr, sehr brav! Kaum zu glauben, dass sie schon acht Wochen alt sind und bereits in einer Woche zu ihren neuen Familien gehen werden. Ihre Gewichte liegen bei 7 bis 8,5 Kg.

Es gibt Tage wie diesen . . .

Es gibt Tage wie diesen, da frage ich mich warum ich mir das alles nur antue. Warum ich den permanenten Schlafmangel, den Großputz am frühen Morgen und den Verzicht auf meine persönlichen Interessen ertrage  – und das alles mehr als zwei Monate lang! Denn eigentlich ist mir mein Acht-Stunden-Schönheitsschlaf ausgesprochen wichtig, das Putzen  überhaupt nicht mein Ding und in Ruhe ein gutes Buch zu lesen meine Lieblingsbeschäftigung (ebenso wie die Spaziergänge mit meinen drei Neufi-Mädels natürlich).

Heute früh war es mal wieder so weit, dass ich mir diese Frage stellte: Warum tue ich mir das an? Nach nur fünf Stunden Schlaf (immerhin 5 Stunden, gestern waren es dreieinhalb) wurde ich von selber wach, weil ein sehr vertrauter aber unangenehmer Geruch in meine Nase stieg, der von der unteren Etage herauf gezogen kam. Außerdem registrierten meine Ohren ein gelegentliches leises Fiepen. Die Welpen sind wach! Was wird mich heute am frühen Morgen dort unten wohl erwarten? Gestern war ja bis auf zwei, drei kleine Pfützchen alles sauber geblieben aber das Glück habe ich in letzter Zeit nicht oft gehabt und der Geruch ließ Schlimmes ahnen. Ich zog mir schnell T-Shirt und Trainingshose an, lief die Treppe hinunter, stieg über Avril und Princesse, die nachts im engen Flur schlafen,  und sah beim Eintreten ins Wohnzimmer die ganze Bescherung. Der Raum, in dem die Welpen schlafen, ist nur durch ein Kindergitter abgetrennt, so dass ich gleich den vollen Durchblick auf etwa ein Dutzend Häufchen hatte, die im ganzen Raum verteilt lagen. Princesse war sofort neben mir und brannte darauf, dort hinein zu kommen, um auf ihre Art alles „aufzuputzen“. Das war natürlich nicht in meinem Sinn aber andererseits konnte sie mir helfen, in dem sie die Welpen ablenken würde während ich sauber machte. Sie trinken nämlich morgens noch sehr gerne ein Schlückchen Muttermilch. Doch heute lagen die Häufchen so weit vorne am Gitter, dass ich den Raum nicht betreten konnte ohne gleich mitten in der Bescherung zu stehen. Die Welpen fiepten beim Anblick von Mama gleich doppelt so laut und drängten ans Gitter, da war an ein Reinkommen gar nicht zu denken. Also beschloss ich, Plan B auszuführen und das Problem von hinten anzupacken. „Komm mit, Süße!“ forderte ich Princesse auf und wir beiden gingen durch die Vordertür in den strömendem Regen hinaus zum Gartentor und ums Haus herum zur Hintertür, wo es zum Glück eine schützende Überdachung gibt.. Die aufmerksamen Kleinen konnten uns durch die Glastür sehen und drängten sofort hinaus, als ich die Tür öffnete. Princesse ließ es geduldig geschehen, dass sich sieben kleine Schnäuzchen bei ihr andockten. Nun konnte sie beginnen, die Putzorgie am frühen Morgen. Wegen des Gestanks blieb die Tür offen und so bekam ich nach wenigen Minuten Besuch von einem vorwitzigen Welpen, der mir „helfen“ wollte und mit erstaunlicher Kraft am Putzlappen zerrte. Der wurde von mir vertrieben und ich arbeitete weiter bis der nächste kleine „Helfer“ kam.  So dauerte die Putzerei deutlich länger als geplant  und danach konnte ich gleich hinterm Haus weiter machen, wo die Kleinen in bester Laune tobten und spielten.

Anschließend machte ich das Futter für die Zwerge, die sich voller Begeisterung auf die Schüssel stürzten. Beim Anblick der kleinen schmatzenden Gesellschaft ging mir das Herz auf und ich dachte: Ja, ihr kleinen süßen Stinker, dafür tue ich mir das alles an – und wenn es manchmal auch hart ist, so mache ich es doch gerne!

Und im Übrigen gibt es doch viel häufiger Tage wie jenen letzten Samstag, an dem die kleine Rasselbande voller Lebensfreude im Schatten des Walnussbaumes auf der Wiese herum tobte und anschließend beim Baden das Shampoonieren und abtrocknen so geduldig über sich ergehen ließ, um dann selig zwei Stunden zu schlafen. Dann pfeife ich auf den Schönheitsschlaf, vergesse die Putzerei und lasse die Bücher im Regal stehen, denn diese wunderbaren Erlebnisse machen alles hundertfach wieder wett.

Eine aufregende Zeit

Seit acht Tagen bin ich nicht dazu gekommen, meine Blog-Berichte fortzusetzen, weil hier einfach zu viel los war. Das fing damit an, dass die Welpen mir nach dem Häufchen-Bericht einmal gezeigt haben, was ein richtiger Durchfall ist! Die armen Kleinen hatten sich einen Virus eingefangen und nacheinander einen schlimmen Magen-Darm-Katarrh bekommen. Zunächst hatten es nur zwei Welpen, mit denen ich natürlich zum Tierarzt gefahren bin. Im Laufe des Abends kamen noch drei  hinzu, die ich sogleich mit behandeln konnte. Von den sieben waren also am Ende immerhin fünf betroffen. Nachdem ich eine ganze Nacht lang fast pausenlos hinter den armen kranken Würmchen her geputzt hatte, konnte ich mich nur noch darüber wundern, wie viel Flüssigkeit in so kleinen Körpern steckt. Als die Tierärztin mir riet, nicht das übliche Futter zu geben sondern die Kleinen nur bei der Mutter trinken zu lassen, war ich skeptisch ob das gelingen würde. Princesse war in letzter Zeit nicht mehr begeistert von den kleinen Monstern, die sich wie die Wilden mit ihren spitzen Zähnchen an ihren Zitzen zu schaffen machten, und ließ sie deshalb nur noch selten trinken. Aber was ich dann erlebte, war ein kleines Wunder. Die fürsorgliche Mama hatte offensichtlich gespürt, dass mit den Kleinen etwas nicht stimmte und ging aus eigenem Antrieb alle zwei Stunden zu ihren Babys, um sie trinken zu lassen! Das ging einen ganzen Tag lang so bis das Schlimmste überstanden war und sie wieder feste Nahrung aufnehmen konnten.. Ich war wieder einmal fasziniert von dem ausgeprägten Instinkt meiner tollen Hündin.

Nun ist eine Woche vergangen und meine sieben Zwerge haben inzwischen gut zugenommen – der schwerste wiegt fast fünfeinhalb Kilo – aber leider ist bei einigen die empfindliche Darmflora noch nicht ganz in Ordnung. Die Häufchen sind immer noch nicht so, wie sie sein sollten trotz Pülverchen und Heilerde. Deshalb konnte die geplante Parvo-Impfung nicht durchgeführt werden – leider. Wir müssen also aufpassen, dass die Kleinen sich nicht wieder etwas einfangen so lange ihr Immunsystem noch nicht stabil ist. Andererseits wollen und müssen sie jetzt vieles kennenlernen in dieser wichtigen Prägephase. So sind sie mehrere Stunden am Tag im Außenbereich auf Entdeckungstour. Hier wird jedes Stöckchen, Steinchen und Gräschen beschnuppert, jede Ecke erkundet und jedes fremde Geräusch registriert. Der eine ist mutiger, der andere vorsichtiger aber Mama, Tante Avril und die große Schwester Elli sind immer in der Nähe, so dass man nichts zu fürchten hat. Avril passt unglaublich gut auf die Kleinen auf, während Princesse sich öfter mal einen ihrer Babys vorknüpft, auf den Rücken dreht, mit der Pfote festhält und ihn anknabbert – oder kneift? – bis der Kandidat seinen Protest einstellt und brav liegen bleibt. Elli ist für das Toben zuständig, doch trotz allem passt sie gut auf, dass sie auf keinen drauf tritt. Das alles ist spannend zu beobachten, lässt mir aber nicht viel Zeit für anderes, zumal die Rasselbande inzwischen bedeutend weniger schläft als bisher.

Häufchen-Alarm!

Vorweg eine Warnung: Dieser Beitrag ist nicht für zarte Gemüter geeignet, insbesondere nicht für solche, die eine niedrige Ekel-Schwelle haben!

Es geht um das Thema Häufchen  – ich drücke es mal so vornehm aus, man kann natürlich auch Sch. . . . .  sagen. Das was vorne beim Hund reinkommt, muss natürlicher Weise auch hinten wieder raus kommen – in leicht veränderter Form. Ja, die Form, das ist das Problem. Wir wünschen sie uns fest und wie ein Würstchen geformt aber keinesfalls weich und einem Kuhfladen ähnlich. Und schon gar nicht flüssig! Das alles ist bei den Welpen aus verschiedenen Gründen sehr wichtig, denn die Kotbeschaffenheit sagt etwas über die Gesundheit des Hundes aus, über sein Immunsystem zum Beispiel. Das ist bei den Babys nämlich bedingt durch die Futterumstellung in der 4. bis 6. Woche im Umbruch – die von Mama durch die Milch mit gelieferten Abwehrstoffe lassen nach und die eigene Abwehr muss aufgebaut werden. Außerdem ist es leichter, die Häufchen zu entsorgen, wenn sie fest sind. Eine der Hauptaufgaben des Züchters ist neben füttern und schmusen nämlich die Hygiene im Umfeld der Welpen. In den ersten drei Lebenswochen wird diese Aufgabe noch bereitwillig von der Hundemutter übernommen aber mit zunehmender Fütterung von fester Nahrung, will bzw. soll sie das nicht mehr machen. Princesse hat da keine Probleme und frisst die Babyhäufchen auch dann noch mit Begeisterung, wenn sie größer und stinkiger werden. Aber das weiß ich zu verhüten! Ich muss einfach schneller sein!

Zurzeit sind die Kleinen tagsüber draußen im Welpengehege, das ihren Ansprüchen noch genügt, weil es recht groß ist. Es steht auf unserer überdachten Terrasse. Da geht Princesse nur noch selten hinein, um ihre Kinder zu säugen. Die Milchproduktion hat bei ihr jetzt in der sechsten Lebenswoche der Kleinen auch schon stark nachgelassen, denn sie fressen mit Begeisterung ihren Brei und trinken Wasser aus dem Napf, wenn sie nicht gerade darin planschen.

Also, was die Hygiene betrifft, da bin ich schon sehr pingelig. Sobald ein Häufchen oder ein Pfützchen gemacht wird, bin ich auch schon mit Küchenkrepp bzw. Wischlappen da und beseitige es umgehend. Ansonsten kann es nämlich leicht passieren, dass Baby eins sein Geschäft erledigt hat und Baby zwei, drei und vier usw. dadurch laufen und alles gut verteilen. Iiiih!!  Also sieht das so aus: Baby macht Häufchen und ich mache mit Küchenkrepp bewaffnet einen Hechtsprung, um vor den anderen da zu sein. Das hält fit! Schwierig wird es nur, wenn z.B. nach dem Fressen mehrere kleine Stinker gleichzeitig ihre Notdurft verrichten. Heute morgen ist es mir passiert, dass ich nicht schnell genug war. Einer war durchs Häufchen gelaufen! Ich klemme mir den kleinen Wicht, um ihn später sauber zu machen, erst Mal unter den Arm, wische mit der anderen Hand das Häufchen auf und beobachte gleichzeitig, dass im selben Moment noch zwei andere . . .  na, was wohl. Der Kleine unter meinem Arm zappelt ungeduldig, doch erst muss alles aufgewischt werden. Das schaffe ich mit Bravour und mache dann auch dem kleinen Stinker die Pfoten wieder sauber. Wenn diese Disziplin mal Olympia-reif wird,  habe ich Chancen auf eine Goldmedaille! Mein Mann ist übrigens inzwischen auch recht gut darin. Kein Wunder, schließlich haben wir -zig Mal am Tag Gelegenheit zum Üben.

Auch die täglichen Tischgespräche drehen sich um das nun ausgiebig erklärte Thema, denn wie oben erwähnt, sagt die Kotbeschaffenheit viel über die Gesundheit und die Entwicklung des Immunsystems aus. Und ist der Welpe gesund, freut sich der Mensch!

Stolz wie Bolle

Meine sieben Zwerge sind die schönsten, liebsten, klügsten, süßesten Neufi-Babys, die man sich vorstellen kann. Ja, ich bin mächtig stolz auf sie und völlig ihrem Charme erlegen. Ich bin stolz auf ihre süßen kleinen Koboldgesichter mit den dunkelblauen Knopfaugen (bei den schwarzen) und den himmelblauen Äuglein (bei den braunen). Stolz auf die hübschen dreieckigen Öhrchen, auf die rundlichen mit Wuschelfell bedeckten Körper mit den kurzen, strammen Beinchen und dicken Pfoten und auf die niedlichen Wackelschwänzchen.  Stolz auf ihre tapsigen Bewegungen, auf das laute Schmatzen am Futterring und auf ihre Energie und Durchsetzungskraft. Stolz auf das laute Gekreische, wenn sie unbedingt aus der Wurfkiste hinaus gelassen werden wollen, und auf den Eifer, mit dem sie sich auf Mamas Zitzen stürzen sobald sie sich nähert. Stolz auf ihre kleinen Häufchen und großen Pipi-Seen – nein stopp, das ist nicht so toll aber gehört halt dazu. Aber ganz stolz bin ich darauf, dass meine Kleinen schon „stubenrein“ sind, denn seit einer Woche finde ich nicht das kleinste Häufchen in der Wurfkiste, wenn ich morgens zu ihnen gehe. Erst wenn ich den Ausstieg frei mache und sie hinaus geklettert sind, lösen sie sich außerhalb ihres Nachtlagers. Das heißt, dass sie schon sechs Stunden durchhalten können! Doch nicht nur auf die Babys  sondern auch auf meine Princesse bin ich stolz. Sie ist die beste aller Hundemütter!

Die Kleinen sind jetzt fünf Wochen alt, wiegen über 3 kg – bis auf Fred, der liegt noch etwas darunter – und sind voller Energie und Tatendrang. Die Wurfkiste finden sie langweilig und zeigen das auch deutlich. Sie geben sich auch nicht mehr nur mit dem Raum zufrieden, in dem die Wurfkiste steht, sondern laufen auf ihren kurzen Beinchen unglaublich flink in Richtung Wohnzimmer, wenn das Kindergitter offen ist, oder zur Außentür, als ob sie wüssten, dass dort die große weite Welt auf sie wartet. Draußen dürfen sie sich jetzt erst einmal im Welpenauslauf an die neuen Eindrücke gewöhnen aber bald geht’s hinaus auf die Wiese. Auf zu neuen Abenteuern!