Freude und Sorgen 2. Teil

Princesse ist eine wundervolle Mutter für ihre acht Babys: Unendlich geduldig, wenn es um das Säugen der Kleinen geht, sehr gründlich, was die Reinigung der kleinen Popos betrifft, und überaus besorgt, sobald sie auch nur das leiseste Fiepen hört. In helle Aufregung gerät sie jedes Mal, wenn ich ihre Kinder von der Wurfkiste in einen Wäschekorb umbette, weil ich mal gründlich sauber machen und die Tücher wechseln will. Obwohl ich es jeden Tag mache und mich dabei beeile, ist die besorgte Mama ganz aufgeregt. Sie hat es schon fertig gebracht, einen Winzling im Maul zur Wurfkiste zurück zu tragen. Es ist eine Freude, diese Instinkt-sichere Hündin zu beobachten. In den ersten Tagen nach der Geburt bleibt sie stundenlang wie festgewachsen in der Wurfkiste liegen und ich muss mir alle möglichen Tricks einfallen lassen, damit sie mit nach draußen kommt. Dann gehen wir auch nur kurz auf die Wiese im oberen Teil des Gartens.  Bevor sie wieder zu den Welpen darf , nutze ich die Gelegenheit, ihr Hinterteil zu waschen, weil der Ausfluss ständig das Fell verklebt und unangenehm riecht. Dann wird noch Fieber gemessen, was sie sich auch brav gefallen lässt, aber sobald ich sage: „So das war’s“,  ist sie auch schon auf dem Weg zu ihren Nestlingen.

So war es auch am Samstag morgen, einen Tag nach der Geburt. Ich war mir sicher, alles ist in Ordnung und überließ meiner Tochter die Aufsicht, um Einkäufe zu erledigen. Ich wusste, alle elf Hunde sind bei ihr gut aufgehoben. Was sie mir bei meiner Heimkehr erzählte, konnte ich kaum glauben. Sie ist also mit Princesse hinaus gegangen und hat  dabei beobachtet, dass die Hündin mit dem rechten Hinterbein nicht auftreten konnte und somit stark humpelte. Sie hat sich sicher nur vertreten, war mein Gedanke, denn das Strecken und Beugen des Beines  ließ sie sich problemlos gefallen. Beim nächsten Gassigang am Spätnachmittag sah ich es dann mit eigenen Augen, das Humpeln war sehr stark. Jetzt machte ich mir ernsthafte Sorgen. So etwas einen Tag nach einer anstrengenden Geburt – das konnte alles mögliche sein!

Das meinte auch der Tierarzt in der Tierklinik und leitete eine gründliche Blutuntersuchung ein. Meine arme Princesse wusste gar nicht wie ihr geschah – das konnte ich ihr ansehen. Erst mit Mühe ins Auto bugsiert, dann wieder hinaus gehoben, durch ein fremdes Gebäude gehumpelt und dann wird man auch noch ins Bein gepiekst! Dabei sind doch die Babys zu Hause! Nach endlos scheinendem Warten kam endlich das Ergebnis, welches eigentlich nur zeigte, was Princesse nicht hat:  nämlich keinGlukose-, Calcium-, Magnesium- oder sonst irgendein Mangel. Auch keine Staphylo-, Strepto oder andere Kokken. Keine Leber-, Nieren-  oder sonst welche Organprobleme. Aber was ist es dann? Die Antwort auf diese Frage blieb der Arzt uns schuldig und verordnete stattdessen zur Sicherheit ein Antibiotikum, welches den Welpen nicht schaden kann.  Außerdem gab es eine Schmerzstillende Spritze und wir konnten wieder gehen. Ja, tatsächlich, als Princesse merkte, dass es wieder nach Hause ging, konnte sie plötzlich wieder gehen. Der Weg zum Auto sowie Zuhause vom Auto ins Haus war ganz problemlos.

Als ich diese Geschichte am nächsten Tag Kristina erzählte, meinte sie nur: „Das ist doch ganz klar, die Hündin hat sich beim Liegen den Ischiasnerv eingeklemmt Das ist nach einer Geburt auch bei Menschen oft der Fall.“  Aha! Gut zu wissen.