Durchfall, Schnupfen und ein Hotspot

Das Hauptgesprächsthema am Frühstückstisch – und auch bei anderen Gelegenheiten – war in den letzten Tagen die Konsistenz der Welpen-Ausscheidungen oder genauer gesagt der Durchfall, der uns Sorgen machte. Zum Glück war es kein ganz schlimmer Durchfall sondern eher ein sehr breiiger bis halbflüssiger Kot, der seine Ursache vermutlich in der Verabreichung der Wurmkur über einen Zeitraum von drei Tagen und der Nahrungsumstellung hatte, die den zarten Darmtrakt wohl überlastet hat. Also kurz gesagt: der Durchfall war eine ganz normale Reaktion, die mich aber fast verzweifeln ließ. Schließlich sind sieben kleine Stinker auf einem Raum von 1,80 m mal 1,40 m  (Maße der Wurfkiste) kein Vergnügen.

Ich benötigte Unmengen von Bettwäsche und Laken und die Waschmaschine lief von 5 Uhr morgens bis 22 Uhr abends ohne Pause. Ich bin normalerweise keine pingelige Hausfrau aber was die Welpen betrifft, da dulde ich keinen Schmutz  und wechsele die Tücher in der Wurfkiste immer sofort. Im Übrigen scheint es eine besondere Marotte meiner Kleinen zu sein, auf ein frisches Tuch SOFORT einen Haufen zu machen. Während ich dabei bin, die Waschmaschine zu füllen, macht garantiert so ein kleiner Dreckspatz sein „großes“ Geschäft auf das saubere Laken! Was soll’s, ich nehme es nicht persönlich – einer muss ja der erste sein…

Während dieser stressigen drei Tage beschloss ich, dass es jetzt Zeit für den Umzug der Welpen mitsamt Wurfkiste sei. Am letzten Freitag, als die Kleinen 4 Wochen alt wurden, haben wir sie also aus der Wohnküche in den Hausarbeitsraum umquartiert. Das ist gleichzeitig der Durchgang, wenn man vom Wohnzimmer in den Garten geht. So haben die Welpen die Möglichkeit, auf direktem Weg nach draußen zu gelangen. Hinter dem Haus ist eine überdachte Fläche, so dass auch bei Regen der Aufenthalt an der frischen Luft möglich ist. Am Samstag sollte dann der erste Ausflug nach draußen stattfinden aber es kam nicht dazu. Morgens hörte ich aus der Wurfkiste ein eigenartiges Geräusch, ein seltsames Schnorcheln. Schnell hatte ich auch die Ursache gefunden: es war Fred, der sich einen schlimmen Schnupfen eingefangen hatte. Der Schnodder lief ihm aus der Nase. Eine kurze Kontrolle der anderen sechs Welpen ergab keinen weiteren Schnupfen-Fall. Armer kleiner Fred ! Unsere nette Tierärztin war zum Glück telefonisch zu erreichen – obwohl es früher Samstagmorgen war – und sie riet mir,  ein Medikament zu geben, dass ich glücklicherweise im Haus hatte. Außerdem sollte ich den Kleinen inhalieren lassen. Na, das war ein Spaß als ich mit Fred gemeinsam unter einem Tuch über einer Schüssel mit dampfendem Salzwasser steckte. Fred war zunächst sehr geduldig aber bald schon missgelaunt. Neufundländer und Wärme, das passt eben nicht zusammen. Der Erfolg der Aktion trat schnell ein und Fred konnte wieder frei atmen, gottseidank! Das war vor zwei Tagen und heute dürfen die Kleinen endlich mal für kurze Zeit nach draußen – zumindest habe ich es so geplant, wenn nicht wieder etwas dazwischen kommt.

Princesse säugt die Babys nur noch drei Mal am Tag. Die anderen drei Mahlzeiten sind zweimal Welpenbrei und eine Fleischmahlzeit. Alles wird mit Begeisterung und restlos verputzt. Etwas Sorgen machte Princesse mir, als ich an ihrem Hinterteil ein Ekzem entdeckte, ein sogenannter Hotspot. Sie hatte sich an dieser Stelle das Fell ausgerissen und so konnte ich es gut behandeln. Mit Hotspots hatte sie schon öfter Probleme und zwar immer in Stress-Situationen. Geburt und Säugezeit sind nun mal Stress für eine Hündin, auch wenn alles gut geht. Aber das kriegen wir schon wieder hin. Den Durchfall und den Schnupfen haben wir ja auch besiegt!

Neues von Fine, Fred & Co.

Die erste Wurmkur (bah, wie fies!), die erste Fleischmahlzeit (mmh, wie lecker!) und die ersten Ringkämpfe (wer ist stärker?) waren die Höhepunkte in den letzten Tagen. Es waren auch die ersten fremden   Besucher da, die von mir „beschnüffelt“ und „unter die Lupe genommen“ wurden, denn sie wollten gerne einen von den braunen Rüden haben. Aber sowohl die Interessenten für den kleinen Braunbär mit dem blauen Halsband als auch die Familie für den mit dem beigefarbenen Bändchen erwiesen sich als Neufi-tauglich. So haben nun alle sieben Zwerge ihre neuen Besitzer. Der Umzug zu den jeweiligen Familien ist für die Zeit um den 1. August geplant. Die nächsten sechs Wochen gehören sie noch mir…

Alle sieben haben nun auch von den neuen Besitzern einen Namen bekommen. Sie heißen: Fine (orange), Fred (blau), Findus (beige), Fenja (rot), Finn (grün), Franca (lila) und Florentine (pink).

Fortsetzung folgt…

Hört! Hört!

Als ich gestern früh um kurz nach 6 Uhr in die Wohnküche kam, schliefen die Babys noch tief und fest und auch die drei Großen rührten sich nicht. Am liebsten wäre ich wieder zurück ins Bett gegangen aber statt dessen genoss ich die morgendliche Stille und begann damit, den Frühstückstisch zu decken. Dabei beobachtete ich die süßen Kleinen, die so niedlich in der Wurfkiste verteilt lagen:  eines streckte sein nacktes Bäuchlein nach oben, ein anderes hatte sich ganz klein zusammen gerollt, das dritte lag völlig entspannt auf der Seite und hin und wieder zuckten seine winzigen Beinchen als würde es im Traum laufen. In einer Ecke lagen zwei dicht aneinander gekuschelt, so dass man kaum erkennen konnte, wo das eine aufhört und das andere anfängt. Eines hatte sich die Schlange als Kopfkissen ausgesucht und das letzte hatte die flauschige Decke verschoben und lag am Rand der Kiste auf dem blanken Boden.

Während ich noch in den wonnigen Anblick versunken war, kam mein Mann herein, murmelte ein müdes „Morgen“ und drückte auf die Fernbedienung für das Radio. Sofort wurde die Stille von lauter Musik durchbrochen und man hörte die Stimme einer weiblichen Person, die sich in höhere Tonlagen schwang. Im selben Moment ertönte aus der Wurfkiste – sozusagen als Background zu Madonnas Gesang – ein siebenstimmiger Chor, der noch höhere Töne drauf hatte als die Sängerin. In meinen Ohren war das die reinste Engelsmusik und ich war mir sicher, dass die große Sängerin noch nie so eine wunderbare Begleitung hatte, wie es mein kleiner Welpenchor war. Mein Mann fand das lustig und meinte bewundernd: „Die können kreischen!“ Eines war jetzt jedenfalls klar, nämlich, dass sie hören können. Die kleinen Öhrchen haben sich quasi über Nacht geöffnet.

Auf meine Bemerkung hin, irgendwo einmal gelesen zu haben, dass die klassische Musik im Allgemeinen und Mozart im Besonderen, auf Hundebabys eine beruhigende Wirkung haben soll, legte mein Mann eine Mozart-Scheibe in den CD-Player. Die Kleinen beruhigten sich aber erst als Mama Princesse in der Kiste lag und alle selig nuckelten.

Zugenommen!

Jeden Abend nach der 22-Uhr-Mahlzeit wird gewogen. Ein Baby nach dem anderen muss diese Prozedur über sich ergehen lassen. Es muss schnell gehen, denn die kleinen Wusel halten nicht lange still sondern versuchen, von der Waage herunter zu steigen.  Während ich das jeweilige Gewicht in die Wiegeliste eintrage, ziehe ich automatisch  einen Vergleich zum Gewicht des Vortages: Blau hat 40 Gramm zugenommen, Orange 70, Rot nur 20, Pink 60, Grün 90, Lila 50 und der Gewinner des Tages ist Beige mit 100 Gramm – Bingo!

Und da ich gerade beim Wiegen bin, kommt mir die Idee, selbst mal wieder auf die Waage zu steigen, natürlich nicht auf die Babywaage sondern auf die für Menschen. Nach einem Moment der Spannung lese ich mein Gewicht (das hier nicht verraten wird) von der digitalen Skala ab und stelle fest: ein Kilo zugenommen! Im ersten Augenblick freue ich mich aber dann fällt mir ein, dass ich ja kein im Wachstum befindlicher Welpe sondern ein weiblicher Mensch fortgeschrittenen Alters mit etwas zu viel Speck auf den Hüften (und noch woanders) bin und erst Anfang des Jahres mit viel Mühe und Verzicht neun Kilo abgenommen habe. Darauf war ich mächtig stolz gewesen und habe es jedem, der es hören wollte (oder auch nicht), brühwarm erzählt: „Neun Kilo weniger – ist das nicht toll! Das macht eine ganze Kleidergröße aus!“   Und nun innerhalb einer Woche wieder ein ganzes Kilo drauf! Das liegt am Stress, am fehlenden Schlaf und vor allem aber – ich muss es gestehen – am Kuchen und an den Pralinen! Weniger Schlaf bedeutet mehr Zeit zum Essen; abends lange wach bleiben bedeutet Hungergefühle kurz vor Mitternacht. Da wird schnell mal ein Eis aus der Kühltruhe geholt oder ein 500-Gramm-Fruchtjoghurt aus dem Kühlschrank verspeist oder der Rest vom Kuchen, den meine lieben Freunde bei ihrem Besuch mitgebracht haben, verputzt oder das belgischen Konfekt, das mein lieber Mann mir kürzlich zum Geburtstag geschenkt hat, genascht. Wenn das so weiter geht, habe ich bei Abgabe der Welpen meine mühsam abgenommenen neun Kilo wieder drauf. Hilfe!

Hier noch zur Info: Die Welpen wiegen jetzt zwischen 1200 und 1500 Gramm, haben blaue Augen und winzige Zähne, sind putzmunter und so süüüüß (dass man sie fressen könnte)!

 

 

Die Augen öffnen sich

Vorgestern konnte ich es nur ahnen, gestern habe ich es schon  deutlicher gesehen aber da war es nur ein ganz winziges bisschen, und heute war es dann recht gut zu erkennen: die Äuglein der Kleinen öffnen sich zusehends. Damit und mit dem Einsetzen des Hör-vermögens ein paar Tage später beginnt ein neuer, ganz wichtiger Abschnitt im Leben der Welpen, denn wer sehen und hören kann, entdeckt seine Umgebung und nimmt soziale Kontakte auf. Mit anderen Worten: „Jetzt kommt Leben in die Bude bzw. Wurfkiste“. Ich musste bereits ein zweites Brett als Absperrung in den Eingang der Kiste klemmen, weil da schon mal einer abhauen wollte. Aber das war eher Zufall. Demnächst wird es ernst und bald wird der Bereich der Wurfkiste zu eng sein für die neugierige kleine Meute. Man wird sich gegenseitig beschnuppern, dann versuchen mit den ersten winzigen Zähnchen in den anderen hinein zu beißen und zum Kräftemessen den einen oder anderen Ringkampf austragen. Man wird sich um das Spielzeug streiten, als wäre es die tollste Beute, und dabei das Knurren und Bellen üben. Darauf freue ich mich schon!

Mama Princesse ist nicht mehr so begeistert von der Bande und muss manchmal mit gutem Zureden zum Säugen in die Wurfkiste geholt werden. Für ein Leckerchen tut sie zum Glück fast alles. Nach einer halben Stunde ist dann aber Schluss. Wer dann noch nicht satt ist, hat Pech gehabt und muss nun drei Stunden bis zur nächsten Fütterung warten. Bisher ist noch keiner verhungert, vielmehr haben alle gut zugenommen und wiegen inzwischen – bis auf zwei Ausnahmen – deutlich mehr als ein Kilogramm. Dafür muss Princesse täglich etwa 1,5 Liter Milch produzieren – eine stolze Leistung!

Der Kampf um die Zitzen

Das Leben ist kein Wunschkonzert und die Wurfkiste ist kein Ort in dem Milch und Honig fließen! Das mussten die Winzlinge schon sehr früh lernen: Um die Milch muss man kämpfen und Honig gibt’s schon gar nicht. Der Kampf um die Zitzen beginnt in dem Moment, wenn Princesse die Wurfkiste betritt. Obwohl die Kleinen noch nicht sehen können, spüren sie sofort wenn Mama da ist und dann gibt es ein aufgeregtes Fiepen und ein hektisches Gewusel bis alle ihre bevorzugte Zitze gefunden haben. Plötzlich tritt schlagartig Ruhe ein. Manchmal lässt Princesse sich viel Zeit bis sie sich hinlegt und ihr Gesäuge zur Verfügung stellt. Sie geht eine Runde durch die Kiste, schnuppert jede Ecke ab, sammelt dabei die kleinen Häufchen auf und… geht erst mal wieder raus! Dann wird das Fiepen zu einem empörten Geschrei, denn das merken die Kleinen sofort. Princesse lässt sich davon nicht beeindrucken, geht schließlich aber doch wieder zu den Babys hinein und legt sich endlich nieder – oder geht noch mal raus und das Spiel beginnt von vorne.  Wenn die fürsorgliche Mutter sich an ihre Pflichten erinnert und sich leise seufzend ausstreckt, beginnt der zweite Teil im harten Kampf um die Zitzen. Eigentlich wäre das nicht nötig, weil es acht intakte Zitzen gibt, aber jeder hat so seine Lieblingszitze und manchmal haben mehrere Babys dieselbe. Besonders die vier hinteren Saugstationen sind sehr beliebt, weil dort die Milch fast von alleine fließt. Wer hier als erster andockt, muss mit heftigen Attacken von den Kumpeln rechnen. Das Manöver zur Eroberung der besetzten Zitze wird sehr geschickt durchgeführt: man schiebt sich unter den Körper des saugenden Kollegen und hebelt ihn quasi von unten aus. Der ahnungslos Trinkende weiß gar nicht wie ihm geschieht und kullert hilflos durch die Gegend bis er sich aufrappelt und seinerseits den Kampf aufnimmt. Mama kümmert sich nicht darum, auch nicht, wenn lautes Protestgeschrei erklingt, sondern schnarcht leise vor sich hin. Kluges Mädchen!

Wir Menschen meinen ja, wir müssten eingreifen, wenn es in der Kiste so ungerecht zugeht. Naja, schließlich gibt es da ein oder zwei Babys, die deutlich kleiner sind und im Gewicht um 200 Gramm zurückliegen gegenüber den großen im Wurf. Denen muss man doch helfen. Logisch, oder? Also ich bin für mehr Gerechtigkeit am Gesäuge! Mein kleiner, zarter Junge mit dem blauen Halsband kommt doch sonst viel zu schlecht weg. Und auch das Mädchen mit dem orange-farbigen Bändchen lässt sich zu viel von den anderen gefallen. Ich sorge also dafür, dass diese beiden die besten Zitzen ganz hinten bekommen aber sie wollen diese gar nicht oder lassen kurze Zeit später wieder los! Ach ihr kleinen eigensinnigen Neufundländer! Ehrlich gesagt, ich hab’s aufgegeben. Sollen sie doch sehen, wie sie an die Milch kommen. Aber irgendwie schaffen die das ganz alleine und nuckeln eifrig an „ihren“ Zitzen – nämlich an den vorderen!

Die 7 Zwerge wachsen und gedeihen

Ich habe das Gefühl, dass nach den ersten Tagen mit Sorgen und Trauer jetzt Ruhe einkehrt. Die Kleinen sind nun eine Woche alt und haben alle gut zugenommen und Mama Princesse hat genug Milch, die sie ihren Babys ziemlich regelmäßig alle zwei Stunden anbietet. Inzwischen legt sie sich nur noch zum Säugen in die Wurfkiste und sucht sich anschließend einen kühleren Platz zum Ausruhen. Sie macht das alles sehr souverän. Man merkt ihr die Erfahrung an, die sie mit den beiden vorherigen Würfen gemacht hat. Trotzdem habe ich mein Nachtlager in Nähe der Welpen aufgebaut, sonst könnte ich nicht ruhig schlafen. Das Schlafzimmer ist nämlich eine Etage über der Wohnküche und da würde ich nichts mitbekommen.

Theoretisch habe ich für jeden Welpen schon einen Interessenten und bei fünf von ihnen bin ich mir auch ganz sicher, dass es die richtigen sind. Bei zwei weiteren werde ich mich erst dann endgültig entscheiden, wenn die beiden Familien zu Besuch kommen. Vorerst mache ich noch keine Besuchstermine ab, weil wir alle erst mal ein wenig Ruhe brauchen, um das Erlebte zu verarbeiten.

Ich bin allen lieben Freunden und Bekannten dankbar für ihre mitfühlenden Worte nach dem Tod der kleinen Frieda!

 

Frieda – gekämpft und verloren

Unsere tapfere kleine Frieda ist heute gestorben.  Sie hat nur 6 Tage leben dürfen.  Nach der Not-Operation unmittelbar nach ihrer Geburt, waren wir so froh und zuversichtlich, dass die kleine Kämpferin es schafft. Doch es sollte nicht sein…

Du süßes braunes Neufimädchen, wir werden dich nie vergessen!

Auch den braunen Rüden, der schon vor seiner Geburt gestorben ist, und bei dem alle Bemühungen, ihn zu reanimieren vergeblich waren, werden wir nicht vergessen. Er sollte trotzdem nicht namenlos bleiben, ich habe ihn Falco genannt.

Liebe Frieda und lieber Falco, möge es euch gut gehen, wo immer ihr jetzt auch seid!

Freude und Sorgen 2. Teil

Princesse ist eine wundervolle Mutter für ihre acht Babys: Unendlich geduldig, wenn es um das Säugen der Kleinen geht, sehr gründlich, was die Reinigung der kleinen Popos betrifft, und überaus besorgt, sobald sie auch nur das leiseste Fiepen hört. In helle Aufregung gerät sie jedes Mal, wenn ich ihre Kinder von der Wurfkiste in einen Wäschekorb umbette, weil ich mal gründlich sauber machen und die Tücher wechseln will. Obwohl ich es jeden Tag mache und mich dabei beeile, ist die besorgte Mama ganz aufgeregt. Sie hat es schon fertig gebracht, einen Winzling im Maul zur Wurfkiste zurück zu tragen. Es ist eine Freude, diese Instinkt-sichere Hündin zu beobachten. In den ersten Tagen nach der Geburt bleibt sie stundenlang wie festgewachsen in der Wurfkiste liegen und ich muss mir alle möglichen Tricks einfallen lassen, damit sie mit nach draußen kommt. Dann gehen wir auch nur kurz auf die Wiese im oberen Teil des Gartens.  Bevor sie wieder zu den Welpen darf , nutze ich die Gelegenheit, ihr Hinterteil zu waschen, weil der Ausfluss ständig das Fell verklebt und unangenehm riecht. Dann wird noch Fieber gemessen, was sie sich auch brav gefallen lässt, aber sobald ich sage: „So das war’s“,  ist sie auch schon auf dem Weg zu ihren Nestlingen.

So war es auch am Samstag morgen, einen Tag nach der Geburt. Ich war mir sicher, alles ist in Ordnung und überließ meiner Tochter die Aufsicht, um Einkäufe zu erledigen. Ich wusste, alle elf Hunde sind bei ihr gut aufgehoben. Was sie mir bei meiner Heimkehr erzählte, konnte ich kaum glauben. Sie ist also mit Princesse hinaus gegangen und hat  dabei beobachtet, dass die Hündin mit dem rechten Hinterbein nicht auftreten konnte und somit stark humpelte. Sie hat sich sicher nur vertreten, war mein Gedanke, denn das Strecken und Beugen des Beines  ließ sie sich problemlos gefallen. Beim nächsten Gassigang am Spätnachmittag sah ich es dann mit eigenen Augen, das Humpeln war sehr stark. Jetzt machte ich mir ernsthafte Sorgen. So etwas einen Tag nach einer anstrengenden Geburt – das konnte alles mögliche sein!

Das meinte auch der Tierarzt in der Tierklinik und leitete eine gründliche Blutuntersuchung ein. Meine arme Princesse wusste gar nicht wie ihr geschah – das konnte ich ihr ansehen. Erst mit Mühe ins Auto bugsiert, dann wieder hinaus gehoben, durch ein fremdes Gebäude gehumpelt und dann wird man auch noch ins Bein gepiekst! Dabei sind doch die Babys zu Hause! Nach endlos scheinendem Warten kam endlich das Ergebnis, welches eigentlich nur zeigte, was Princesse nicht hat:  nämlich keinGlukose-, Calcium-, Magnesium- oder sonst irgendein Mangel. Auch keine Staphylo-, Strepto oder andere Kokken. Keine Leber-, Nieren-  oder sonst welche Organprobleme. Aber was ist es dann? Die Antwort auf diese Frage blieb der Arzt uns schuldig und verordnete stattdessen zur Sicherheit ein Antibiotikum, welches den Welpen nicht schaden kann.  Außerdem gab es eine Schmerzstillende Spritze und wir konnten wieder gehen. Ja, tatsächlich, als Princesse merkte, dass es wieder nach Hause ging, konnte sie plötzlich wieder gehen. Der Weg zum Auto sowie Zuhause vom Auto ins Haus war ganz problemlos.

Als ich diese Geschichte am nächsten Tag Kristina erzählte, meinte sie nur: „Das ist doch ganz klar, die Hündin hat sich beim Liegen den Ischiasnerv eingeklemmt Das ist nach einer Geburt auch bei Menschen oft der Fall.“  Aha! Gut zu wissen.

Freude und Sorgen

Wie nah liegen sie doch beieinander, wenn es um unsere Liebsten geht: Die große Freude und die bedrückenden Sorgen! Das mussten wir bei der Geburt von Princesses Welpen und in den 48 Stunden danach auch wieder erfahren. Im Moment ist – Gott sei Dank! – alles in Ordnung und wir hoffen, es bleibt so. Jetzt überwiegt die große Freude und ich kann mir nichts Schöneres vorstellen, als die Idylle in der Wurfkiste anzuschauen, die Kleinen zärtlich in die Hand zu nehmen und ihre Vitalität und den unbändigen Lebenswillen zu spüren. Es beeindruckt mich immer wieder, wenn ich sehe wie die Winzlinge – mit einem Gewicht von kaum mehr als einem Pfund und einer Größe von etwa 20 cm – darum kämpfen, den Platz an ihrer bevorzugten Zitze zu erobern, dabei über Mamas dicke Pfote und die Körper der Geschwister krabbeln und sich  rigoros zwischen die anderen drängen.

Diese unglaubliche Lebensenergie kam dann auch dem kleinen braunen Mädchen zugute, das kurz nach der Geburt schon eine Notoperation erleben musste. Durch einen unglücklichen Zufall ist beim Eintritt in die Welt das kleine Bäuchlein einen Zentimeter lang aufgerissen. Da wurde nicht lange gewartet sondern das Kleine in ein feucht-warmes Tuch gepackt und sofort zur Tierarztpraxis gebracht. Die 15 Minuten Autofahrt hat die Süße verschlafen aber dann war sie hellwach und ganz empört über die ungemütliche Situation. Es wurde gefiept und gestrampelt, was der geduldigen Tierärztin und ihrer Helferin die Arbeit nicht gerade leicht machte. Vollnarkose war bei dem Neugeborenen leider nicht möglich. Nach der OP waren wir natürlich in großer Sorge um das Kleine. Doch seit sie nach den kritischen 24 Stunden mit den anderen um die Wette an Mamas Zitze zu saugen begann, sind wir schwer beeindruckt von der Kämpfernatur dieses kleinen Wesens und unglaublich froh über die gute Entwicklung.

An dieser Stelle möchte ich mich mal ganz öffentlich bei meiner lieben Freundin Kristina für ihre unschätzbare Hilfe bei der Geburt der Welpen bedanken. Und bei Uwe für die unerschütterliche Ruhe, mit der er mir geholfen hat, meine Panik bei der Fahrt zum Tierarzt zu besiegen. Ohne euch Beide wäre das alles für Gerhard und mich nicht zu schaffen gewesen, denn Princesse musste ja auch weiterhin in der Geburt betreut werden und da wusste ich sie bei Kristina und meinem Mann in den besten Händen. Wir vier waren ein Superteam! Die vielen Stunden Wartezeit vorher waren mit euch gemeinsam leichter zu überstehen wie auch die fünfeinhalb aufregenden Stunden der Geburt. Freude und Sorgen gemeinsam zu erleben, ist ein wunderbares Erlebnis und eine große Hilfe.